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21. Jahrgang Heft 2 Februar 2003

Editorial
Dr. med. Peter Stiefelhagen, Hachenburg


Diskussionsforum Arzneimitteltherapie
Sylke Gellrich, J. Marcus Muche und Wolfram Sterry, Berlin
Bexaroten (Targretin®) kann als eine Erweiterung der Therapieoptionen bei fortgeschrittenem kutanem T-Zell-Lymphom betrachtet werden. Besonders engmaschig sollten der Lipidstoffwechsel, das Blutbild und die Schilddrüsenfunktion kontrolliert und gegebenenfalls behandelt werden.


Übersichten
Häufige Fragen
Seit mehr als 50 Jahren wird die Radioiodtherapie zur Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten eingesetzt. In Deutschland werden derzeit jährlich etwa 60 000 Patienten wegen einer Schilddrüsenüberfunktion und etwa 5 000 Schilddrüsenkarzinom-Patienten mit Radioiod behandelt. Es liegen somit umfangreiche Erfahrungen mit dieser effizienten und im Vergleich zu alternativen Behandlungsverfahren nebenwirkungsarmen Therapieform vor. Trotzdem bestehen beim zuweisenden Arzt häufig Unklarheiten zu Indikationsstellung und -zeitpunkt, Vorbereitung und Durchführung, Ergebnissen und Nebenwirkungen sowie zur Nachsorge des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms, dessen Häufigkeit in letzter Zeit leicht zunimmt [27]. Diese Fragen sollen im Folgenden auf der Grundlage aktueller, interdisziplinär erarbeiteter Empfehlungen und Leitlinien diskutiert werden.


Thomas Müller, Rostock
Epidemiologie, Fallbeispiele und Prävention
Vermeidbare, unerwünschte Ereignisse bei der Arzneimitteltherapie oder Medikationsfehler haben eine relativ hohe Inzidenz, wie aktuelle Studien belegen. Strategien zur Fehlervermeidung und Qualitätsverbesserung, die sich in anderen fehlersensiblen Bereichen bewährt haben, sind im Gesundheitswesen nur partiell etabliert. Fehler können auf jeder Stufe des Medikationsprozesses auftreten: bei Diagnose, Auswahl und Rezeptieren, Lagerung und Zubereitung, Bereitstellung, Applikation und Dokumentation. Typische Fallbeispiele für schwerwiegende Medikationsfehler werden beschrieben. Geeignete Maßnahmen zur Fehlerprävention umfassen nicht-strafende Meldesysteme, Fokussierung auf kritische Wirkstoffe und Prozeduren, Standardisierung der Therapie, EDV-Unterstützung und interdisziplinäre Zusammenarbeit mit klinischen Pharmazeuten und Pharmakologen.


Informationsforum Arzneimitteltherapie
Prof. Dr. med. H. C. Diener, Essen
Hormonersatztherapie und kognitive Funktion bei alten Frauen
Eine postmenopausale Hormonsubstitution führte in einer Kohortenstudie zu besseren kognitiven Funktionen und zu einer langsameren Verschlechterung kognitiver Funktionen mit dem Alter besonders bei Frauen über 85 Jahren.


Dr. Susanne Heinzl
Interventionstherapie besser als konservative Strategie?
Bei Patienten mit instabiler Angina pectoris ist eine Interventionsbehandlung einer konservativen Strategie vorzuziehen. Hierdurch kann die Zahl refraktärer oder schwerer Angina-pectoris-Anfälle halbiert werden, das Risiko für Tod oder erneuten Herzinfarkt steigt durch die Intervention nicht. Dies ergab die von der British Heart Foundation unterstützte RITA-3-Studie (Randomised intervention trial of unstable angina).


Dr. Barbara Ecker-Schlipf, Holzgerlingen
Interferon alfa-2b verhindert Chronifizierung
Wird im akuten Stadium einer Hepatitis C mit Interferon alfa-2b behandelt, so kann eine chronische Infektion verhindert werden. Unentschieden ist allerdings noch, ob alle Patienten mit einer akuten Hepatitis C therapiert werden sollten oder ob eine Spontanheilung abgewartet werden sollte.


Dr. Peter Stiefelhagen, Hachenburg
Kombination besser als Monotherapie
Die Kombination des 5-Alpha-Reductasehemmers Finasterid (Proscar®) mit dem Alpha-Rezeptorenblocker Doxazosin (z. B. Uroxatral®) verhinderte Komplikationen und Fortschreiten einer Prostatahyperplasie effektiver als eine Monotherapie mit einer der beiden Substanzen. Das ergab eine Studie mit über 3 000 Männern.


Dr. Susanne Heinzl, Stuttgart
Enfuvirtid senkt Viruskonzentration bei mehrfach vorbehandelten Patienten
Der Fusionshemmer Enfuvirtid (vorgesehenes Warenzeichen Fuzeon®) führt zu einer zusätzlichen Senkung der Viruskonzentration bei mehrfach vorbehandelten HIV-Patienten. Dies ergab die 24-Wochen-Analyse einer Phase-III-Studie mit 491 Patienten.


Dr. Susanne Heinzl
Integrase-Hemmer in Phase I


Alexandra Hennemann, Stuttgart
Buprenorphin-Pflaster bei Schmerzen des Bewegungsapparats
Chronische Schmerzen des Bewegungsapparats können unter bestimmten Bedingungen auch mit Opioiden behandelt werden. Mit Buprenorphin-Pflastern (Transtec®) liegt mittlerweile ein Jahr Therapieerfahrung vor.


Alexandra Hennemann, Stuttgart
Gastrointestinal besser verträglich, aber nicht in allen Fällen
In die Therapieentscheidung für einen selektiven COX-2-Hemmer oder ein klassisches nicht steroidales Antirheumatikum (NSAR) sollten nicht nur gastrointestinale Faktoren, sondern auch kardiovaskuläre Risiken und wenn vorhanden eine Nierendysfunktion, Diabetes mellitus, Asthma bronchiale und eine Besiedelung mit Helicobacter pylori eingehen.


Dr. Susanne Heinzl
Bessere Compliance – besserer Therapieerfolg
Je besser die Compliance der Patienten mit HIV-Infektion ist, umso erfolgreicher ist die Behandlung. Eine mindestens 95%ige Compliance ist für eine optimale Suppression der Viren erforderlich. Einfache Therapieregime begünstigen eine gute Compliance der Patienten. Efavirenz (Sustiva®) steht seit Mitte November 2002 als 600-mg-Tablette zur Verfügung, die einmal täglich einzunehmen ist.


Dr. Susanne Heinzl
Dosisoptimierung mit Indinavir
Bei HIV-infizierten Patienten, die mit dem Protease-Hemmer Indinavir (Crixivan®) behandelt werden, kann eine Dosisoptimierung Nebenwirkungen verringern und hierdurch eine langfristig erfolgreiche Therapie ermöglichen. Mit therapeutischem Drug-Monitoring kann in entsprechenden Fällen eine Unterdosierung verhindert werden.


Dr. Suanne Heinzl
Wirksamkeit bei Herzinsuffizienz noch zu wenig genutzt
Alle großen Untersuchungen zu Wirkungen von Betablockern bei Herzinsuffizienz haben gezeigt, dass 80 bis 90 % der Patienten einen Betablocker vertragen und davon entsprechend profitieren. Derzeit werden aber nur etwa 30 bis 50 % der Patienten außerhalb von kontrollierten klinischen Studien mit einem Betablocker behandelt.


Dr. Susanne Heinzl