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21. Jahrgang Heft 5 Mai 2003

Editorial
Dr. med. Peter Stiefelhagen, Hachenburg


Diskussionsforum Arzneimitteltherapie
Bericht von Susanne Heinzl, Stuttgart
Mit den oralen Thrombin-Inhibitoren befindet sich eine neue Gruppe von Antikoagulanzien in klinischer Prüfung, die oral appliziert werden können. Das denkbare Indikationsspektrum reicht von Thrombose-Prophylaxe und -Therapie bis hin zu kardiologischen und neurologischen Indikationen. Melagatran und sein Prodrug Ximelagatran sind die am weitesten entwickelten Substanzen.


Übersicht
Bernd Wiedemann, Antina Barger und Christine Fuhst, Bonn*
Die Bestrebungen, die Antibiotika-Therapie auf eine rationale Basis zu stellen, haben im Verlauf der letzten sechzig Jahre zu pharmakologischen Indizes geführt, die einerseits zum Vergleich unterschiedlicher Antibiotika-Wirkungen herangezogen werden und andererseits die Therapie von Infektionskrankheiten auf eine sicherere Basis stellen sollen. Pharmakologische Indizes setzen sich aus einem pharmakokinetischen Parameter (z. B. AUC, Cmax) und einem pharmakodynamischen Parameter (meist MHK) zusammen. Für so genannte konzentrationsabhängige Antibiotika werden die Indizes AUC/MHK und Cmax/MHK verwendet, während für zeitabhängige Antibiotika der Index T>MHK verwendet wird. Einige Autoren vermuten, dass der pharmakologische Index AUC/MHK universell für alle Antibiotika und alle Erreger anwendbar ist. Diese Verallgemeinerung wird aber nicht von allen Experten getragen, die sich mit dieser Fragestellung beschäftigen. Da die pharmakologischen Indizes von verschiedenen Autoren unterschiedlich definiert werden, hat die International Society for Antiinfective Pharmacology (ISAP) eine Arbeit zur Terminologie von PK- und PD-Parametern und den pharmakologischen Indizes herausgebracht. Damit sollte gewährleistet sein, dass in der Zukunft die Terminologie einheitlich erfolgt. Um die pharmakologischen Indizes anzuwenden, müssen aber Unterschiede in der Pharmakodynamik der Antibiotika bei unterschiedlichen Erregern (z. B. grampositiven und gramnegativen) und in der Pharmakokinetik (Patientencharakteristika und Ort der Infektion) berücksichtigt werden.


Consensus
K.-F. Bodmann*, J. Lorenz**, T. T. Bauer, S. Ewig, M. Trautmann, F. Vogel
Ein Konsensuspapier der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (PEG) und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) unter Mitarbeit von Experten der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI)
Einführung in die Theorie und Relevanz für die Arzneimitteltherapie. Von Hartmut Derendorf, Thomas Gramatté, Günther Schäfer. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 2002. 2. vollst. überarb. Aufl. 336 Seiten, 191 Abb., 29 Tab. Kart. € 37,–.


Informationsforum Arzneimitteltherapie
Dr. Susanne Heinzl
Linezolid bei schlechter Prognose und MRSA überlegen
Das Oxazolidinon Linezolid (Zyvoxid®) war in zwei zusammen ausgewerteten Phase-III-Studien bei Patienten mit MRSA-Infektion und bei Patienten mit Beatmungspneumonie signifikant besser wirksam als Vancomycin.


Dr. Peter Stiefelhagen, Hachenburg
Antithrombotische Therapie bei nicht reperfundierten Patienten
In der TETAMI-Studie wurden verschiedene antithrombotische Strategien bei nicht reperfundierten Infarkt-Patienten verglichen: Enoxaparin, unfraktioniertes Heparin, Enoxaparin plus Tirofiban und unfraktioniertes Heparin plus Tirofiban. Zwischen den Behandlungsgruppen fand sich kein signifikanter Unterschied.


Susanne Wasielewski, Münster
Senkt ASS die Sterblichkeit nach koronarer Bypass-Operation?
In einer Beobachtungsstudie an über 5 000 KHK-Patienten, die sich einer koronaren Bypass-Operation unterzogen, wurde der Einfluss einer frühen postoperativen Gabe von Acetylsalicylsäure auf Sterblichkeit und ischämische Organkomplikationen untersucht. Die Behandlung wirkte sich auf beide Endpunkte günstig aus, ohne dass vermehrt Blutungskomplikationen auftraten.


Dr. Peter Stiefelhagen, Hachenburg
Hohe Erfolgsrate mit Tecadenoson
Paroxysmale supraventrikuläre Tachykardien, induziert bei elektrophysiologischen Untersuchungen, konnten mit dem Adenosin-Rezeptoragonisten Tecadenoson bei etwa 90 % der Patienten durchbrochen werden.


Dr. Peter Stiefelhagen, Hachenburg
Pexelizumab beeinflusst die Infarktgröße nicht
Bei der Schädigung des Herzmuskelgewebes durch einen frischen Myokardinfarkt spielen Entzündungsvorgänge und somit auch die Aktivierung des Komplementsystems eine Rolle. Die Gabe des Komplement-Inhibitors Pexelizumab bei Infarkt-Patienten, die medikamentös oder interventionell revaskularisiert wurden, verringert jedoch die Infarktgröße nicht.


Dr. Susanne Heinzl
Nebenwirkungsstudien an humanen Tenozyten


Dr. Susanne Heinzl
Makrolid-Resistenz nimmt zu
Die Makrolid-Resistenz bei Pneumokokken hat in den letzten zehn Jahren von unter 3 % auf nunmehr 15 bis 20 % zugenommen.


Dr. Susanne Heinzl, Stuttgart
Caspofungin wirkt gegen Candida albicans im Biofilm
Das Echinocandin Caspofungin wirkt gut gegen Candida albicans in Biofilmen, während das Azolderivat Fluconazol keine Wirkung zeigte. In-vitro-Studien ergaben darüber hinaus einen additiven Effekt von Caspofungin und Amphotericin B.


Bettina Polk, Stuttgart
Pegyliertes liposomales Doxorubicin
Das Anthracyclin Doxorubicin ist Bestandteil vieler Chemotherapie-Schemata zur Behandlung des metastasierten Mammakarzinoms. Problematisch bei den Anthracyclinen ist insbesondere die Kardiotoxizität. Die pegylierte liposomale Darreichungsform des Anthracyclins Doxorubicin (Caelyx) zeigte in einer großen Phase-III-Studie gleiche Wirksamkeit wie konventionelles Doxorubixin bei geringerer Kardiotoxizität. In einer weiteren Studie war die liposomale Doxorubicin-Formulierung ebenso wirksam wie Vinorelbin. Im Januar 2003 wurde Caelyx zur Monotherapie des metastasierten Mammakarzinoms bei Patientinnen mit erhöhtem kardialem Risiko zugelassen.


Alexandra Hennemann, Stuttgart
Certoparin postoperativ gleich wirksam wie UFH
Das niedermolekulare Heparin Certoparin ist mindestens gleich gut wirksam wie unfraktioniertes Heparin (UFH) zur Prophylaxe der tödlichen Lungenembolie nach Operationen. Krebspatienten und Traumapatienten haben bei Operationen ein stark erhöhtes Risiko für Lungenembolien und Tod.


Alexandra Hennemann, Stuttgart
Kombinationspräparate können die Compliance verbessern
Nach wie vor gelingt bei vielen Patienten mit Hypertonie keine befriedigende Senkung der Blutdruckwerte zumindest auf unter 140/90 mm Hg. Sinnvolle Kombinationstherapien, ausreichende Dosierungen sowie die Unterstützung der Patienten-Compliance unter anderem durch einfache Einnahme sind für die erfolgreiche Therapie des Bluthochdrucks wichtig.