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21. Jahrgang Heft 9 September 2003

Editorial
Dr. med. Peter Stiefelhagen, Hachenburg


Diskussionsforum Arzneimitteltherapie
Susanne Heinzl, Stuttgart
Der selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Atomoxetin (in den USA als Strattera®, in Deutschland noch nicht zugelassen) ist die bisher einzige Substanz, deren Wirksamkeit bei Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) in klinischen Studien nachgewiesen ist. Kinder und Jugendliche können ab einem Alter von sechs Jahren behandelt werden.


Übersichten
Petra Heizmann und Wolfgang R. Heizmann, Berlin
In den vergangenen Jahren wurden Veränderungen im Resistenzverhalten wichtiger Erreger bakterieller Infektionen verstärkt wahrgenommen, obwohl ähnliche Situationen immer wieder periodisch auftreten. Dies hat auf Seiten der forschenden pharmazeutischen Industrie zu einem vermehrten Engagement in der Neuentwicklung antimikrobieller Substanzen wie der Fluorchinolone und Cephalosporine der Gruppe 3 geführt. Heute sprechen dagegen einige Infektiologen von einer so genannten „postantibiotischen Ära“. Es wird mehr oder weniger davon ausgegangen, dass keine Chemotherapeutika mehr entwickelt werden können, welche gegen resistente Mikroorganismen – beispielsweise über neue Mechanismen – wirksam sind. Tatsächlich ziehen sich immer mehr Firmen auf dem Gebiet der Antibiotika-Forschung zurück und wenden sich der Therapie chronischer Erkrankungen zu. Umso bemerkenswerter war daher die Einführung einer neuen Substanz, Linezolid, mit Wirkung gegen so genannte Methicillin-resistente Staphylococcus-aureus-Stämme (MRSA).
In diesem Beitrag soll ein kurzer Überblick über Resistenzmechanismen, Epidemiologie, Erkrankungsrisiko und Letalität sowie therapeutische Optionen bei Infektionen durch MRSA gegeben werden.
Arzneimitteltherapie 2003;21:263-70.


Joachim Volz, Bielefeld*
Die Ursache und Entwicklung der Endometriose sind noch immer nicht bekannt. Leitsymptome sind eine sekundäre Dysmenorrhö und periodenabhängiger Unterbauchschmerz, richtungsweisend ist außerdem Sterilität. Eine sichere Diagnose liefern die Pelviskopie und vor allem die Histologie. Zur ausschließlich symptomatischen Therapie werden vor allem die operative Pelviskopie und die medikamentöse Behandlung mit Gestagenen, Estrogen-Gestagen-Kombinationen, Danazol und GnRH-Analoga eingesetzt. Da mit einem Rezidiv gerechnet werden muss, sollten behandelnder Arzt und Patientin genau definieren, was sie mit der Behandlung erreichen wollen.


Informationsforum Arzneimitteltherapie
Dr. Susanne Heinzl
Carvedilol versus Metoprolol
Der Betablocker Carvedilol (Dilatrend®) erhöht bei Patienten mit Herzinsuffizienz die Überlebenswahrscheinlichkeit stärker als der Betablocker Metoprolol (z. B. Beloc®). Dies ergab die COMET-Studie, in der 1 511 Patienten mit durchschnittlich 42 mg Carvedilol und 1 518 Patienten mit durchschnittlich 85 mg Metoprolol über 58 Monate behandelt wurden.


Alexandra Hennemann, Stuttgart
Niedrig dosiertes Warfarin zur Langzeitprophylaxe?
Eine niedrig dosierte langfristige Prävention mit Warfarin reduzierte das Risiko für venöse Thromboembolien im Vergleich zu Plazebo um die Hälfte, ohne dass signifikant mehr Blutungen auftraten. Dies ergab eine Studie mit 508 Patienten mit idiopathischen thromboembolischen Ereignissen.


Dr. Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart
Adalimumab verlangsamt Gelenkerosion
Der humane monoklonale Tumornekrosefaktor-alpha-Antagonist Adalimumab (Humira®) verzögert die Progression der radiologisch messbaren Gelenkschädigung bei Patienten mit rheumatoider Arthritis, die auf Methotrexat allein unzureichend angesprochen haben. Das ergab eine 52-wöchige, Plazebo-kontrollierte, randomisierte Doppelblindstudie. Eine Subgruppenanalyse deutet darauf hin, dass die Wirkung bei Patienten im frühen Krankheitsstadium besonders ausgeprägt ist.


Dr. Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart
Infliximab schon in frühem Stadium erfolgreich
Bereits im frühen Stadium einer rheumatoiden Arthritis kann durch Zusatz des TNF-alpha-Antikörpers Infliximab (Remicade®) gegenüber der alleinigen Methotrexat-Behandlung eine Besserung der Symptome erreicht und die strukturelle Schädigung der Gelenke verhindert werden. Das ergab die ASPIRE-Studie (Active controlled study of patients receiving infliximab for treatment of rheumatoid arthritis of early onset).


Dr. Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart
Etanercept und Anakinra nicht kombinieren
Die kombinierte Behandlung mit Etanercept (Enbrel®) und Anakinra (Kineret®) bringt Patienten mit rheumatoider Arthritis gegenüber der alleinigen Behandlung mit Etanercept keinen zusätzlichen Nutzen, aber ein erhöhtes Nebenwirkungsrisiko und kann daher derzeit nicht empfohlen werden. Das ergab eine randomisierte Doppelblindstudie.


Bettina Polk, Susanne Heinzl
Erforschung von Substanzen aus dem Meer
Vor 16 Jahren hat die Firma PharmaMar ihre Forschungsarbeit begonnen, mit dem Ziel, neue Wirkstoffe gegen Krebs aus dem Meer zu entdecken und zu erforschen. ET-743 (Trabectedin: geplanter Handelsname YondelisTM) wird vor allem bei Weichteilsarkomen geprüft. Drei weitere Substanzen sind ebenfalls in der klinischen Entwicklung.


Alexandra Hennemann
VEGF nicht wirksam


Dr. Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart
Valdecoxib zur oralen Schmerztherapie
Das Spektrum der selektiven Cyclooxygenase-(COX-)2-Hemmer ist um Valdecoxib (Bextra®) erweitert worden. Valdecoxib lindert die Symptome von Arthrose und rheumatoider Arthritis vergleichbar wie nichtsteroidale Antirheumatika bei besserer gastrointestinaler Verträglichkeit. Erfolgreich wurde es auch in Studien zur peri- und postoperativen Analgesie eingesetzt.


Dr. med. Peter Stiefelhagen, Hachenburg
Amiodaron in der Notfalltherapie unverzichtbar
Amiodaron ist ein Klasse-III-Antiarrhythmikum, das sowohl bei supraventrikulären als auch bei ventrikulären tachykarden Herzrhythmusstörungen wirkt. Unverzichtbar ist die Substanz bei therapierefraktärem Kammerflimmern und für die Dauertherapie von Patienten mit malignen ventrikulären Herzrhythmusstörungen.