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21. Jahrgang Heft 10 Oktober 2003

Editorial
Dr. med. Peter Stiefelhagen, Hachenburg


Übersichten
Eberhard Grube und Lutz Büllesfeld, Siegburg
Aktueller Stand klinischer Erfahrungen
Das sich erst seit wenigen Jahren in Erprobung befindende Konzept des Medikamenten-beschichteten Koronarstents hat sich in jüngster Vergangenheit als eine der vielversprechendsten und effektivsten Techniken auf dem Gebiet der interventionellen Kardiologie herausgestellt. Die Studien SCORE, TAXUS I und FIM belegten erstmals die Effektivität Paclitaxel- und Sirolimus-beschichteter Stents mit nahezu vollständiger Suppression der neointimalen Proliferation und somit signifikanter Reduktion der Restenose-Entwicklung. Die multizentrischen Studien RAVEL, E-SIRIUS und SIRIUS (Sirolimus), sowie TAXUS II (Paclitaxel) bestätigten anhand großer Patientengruppen die Effektivität und Sicherheit der in ihnen untersuchten Stentdesigns. Es zeigte sich jedoch auch, dass der antiproliferative Effekt und somit das klinische Ergebnis – auch im Zeitalter der Medikamenten-beschichteten Stents – nach wie vor deutlich beeinflusst wird durch initial vorliegende Läsions- und Patientencharakteristika (z. B. Läsionslänge, Diabetes mellitus). Des Weiteren ist der Erfolg eines Medikamenten-beschichteten Stents von einer Vielzahl weiterer Faktoren beeinflusst, einschließlich und nicht zuletzt von der Art des verwendeten Wirkstoffs. Inwieweit sich die positiven Ergebnisse der Behandlung fokaler De-novo-Läsionen nativer Koronarien darüber hinaus auf die Behandlung komplexerer Läsionen (z. B. Bifurkationsläsionen) übertragen lassen, bleibt abzuwarten. Darüber Aufschluss zu geben ist das Ziel derzeit durchgeführter „High-Risk“-Studien (z. B. Taxus VI, Tropical, Sirius-ISR, Deliver II). Der bisher demonstrierte potentielle Nutzen Medikamenten-beschichteter Stent etabliert jedoch schon heute diese Technik als eine der effizientesten Fortentwicklungen auf dem Gebiet der interventionellen Kardiologie, welche nachhaltigen Einfluss auf die zukünftige kardiologische und insbesondere kardiochirurgische Patientenversorgung haben wird.


Ulrich Jehn, München, und Christian Friedrich Jehn, Berlin
Möglichkeiten und Grenzen der parenteralen Ernährung
Appetitlosigkeit ist ein häufiges Symptom einer Tumorerkrankung, die durch die zytostatische Therapie noch verstärkt wird. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Tumorpatienten und Gesunden besteht darin, dass im Hungerzustand bei Tumorpatienten Fett und Muskulatur gleichmäßig abgebaut werden, während bei Gesunden vorzugsweise Fett verbrannt wird und Skelettmuskulatur erhalten bleibt. Eine individuelle Ernährungstherapie sollte daher frühzeitig begonnen werden. Ob und zu welchem Zeitpunkt eine parenterale Ernährung zum Einsatz kommen soll, wird in diesem Beitrag diskutiert. Bei der Zusammensetzung müssen die besonderen Stoffwechselgegebenheiten berücksichtigt werden.


Consensus
Bericht von Susanne Wasielewski, Münster
Ein internationales Expertengremium aktualisierte nach der 8. Sankt Gallener Konferenz zur Primärtherapie des frühen Mammakarzinoms im Frühjahr 2003 Leitlinien und Empfehlungen zur Auswahl adjuvanter systemischer Therapien. Gegenüber den Empfehlungen von 2001 legen die neuen Empfehlungen größeres Gewicht auf die Bestimmung von Prognose- und Vorhersagefaktoren, die bei der Therapieentscheidung zu berücksichtigen sind.


Diskussionsforum Arzneimitteltherapie
Eberhard Stengele, Bad Krozingen
Kombination von Acetylsalicylsäure und Antikoagulanzien?
Zur antithrombotischen Langzeitbehandlung nach Myokardinfarkt gibt es im Prinzip zwei Therapieoptionen, deren Wirksamkeit gut dokumentiert ist, Acetylsalicylsäure und Cumarine.


Dr. Heike Oberpichler-Schwenk, Stuttgart
Orphan-Drug-Status für Antidot
Zur antithrombotischen Langzeitbehandlung nach Myokardinfarkt gibt es im Prinzip zwei Therapieoptionen, deren Wirksamkeit gut dokumentiert ist, Acetylsalicylsäure und Cumarine.


Informationsforum Arzneimitteltherapie
Prof. Dr. med. Hans Christoph Diener, Essen
Sumatriptan intranasal bei Clusterattacken
Sumatriptan Nasenspray (Imigran® Nasal) wirkt bei der Behandlung akuter Clusterattacken, die länger als 45 Minuten dauern.


Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen
Dexamethason verbessert die Prognose
Bei einer bakteriellen Meningitis sind außer den Bakterien auch Entzündungsprozesse an der Pathophysiologie beteiligt. Eine frühe Behandlung mit Dexamethason bei Erwachsenen mit akuter bakterieller Meningitis verbessert die Prognose. So eine doppelblinde, randomisierte, Plazebo-kontrollierte Studie.


Alexandra Hennemann, Stuttgart
Natalizumab reduziert Läsionen bei multipler Sklerose
Der humanisierte monoklonale Antikörper Natalizumab wird derzeit in den Indikationen multiple Sklerose (MS) und Morbus Crohn klinisch geprüft. Der selektive Adhäsionsmolekül-Inhibitor greift in die Entzündungskaskade ein, indem er die Adhäsion von Immunzellen an die Oberfläche von Blutgefäßen blockiert und die Migration in entzündetes Gewebe verhindert. Natalizumab vermindert die Neuentstehung von entzündlichen Läsionen bei multipler Sklerose.


Dr. Susanne Heinzl
Neurokinin-Antagonisten als Antiemetika
Der Neurokinin-Antagonist Aprepitant verstärkt in Kombination mit Serotonin-Antagonisten und Dexamethason die prophylaktische Wirkung vor Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen, insbesondere auch vor der verzögerten Form. In den USA ist Aprepitant als Emend® zugelassen, in Europa ist die Zulassung beantragt.


Dr. Susanne Heinzl
Behandlung intraabdomineller Infektionen
Intraabdominelle Infektionen verursachen beim operierten Patienten eine hohe Morbidität und Letalität, wobei die Letalität bis zu 50 % erreichen kann. In den letzten Jahren konnten neue Kenntnisse zur Pathogenese und zur Behandlung der intraabdominellen Infektionen gewonnen werden, die Morbidität und Letalität vermindern können. Die Prinzipien der Behandlung beinhalten unter anderem eine adäquate Versorgung des Patienten, eine angemessene Antibiotika-Therapie und chirurgische und/oder radiologische Interventionen zur richtigen Zeit um den zugrunde liegenden pathologischen Prozess zu kontrollieren.


Dipl.-Biol. Andrea Warpakowski, Itzstedt
Atazanavir einmal täglich und kaum Einfluss auf die Blutfette
Der neue Proteasehemmer Atazanavir – er wird voraussichtlich im vierten Quartal 2003 in Deutschland zur Verfügung stehen – muss im Vergleich zu den anderen verfügbaren Proteaseinhibitoren nur einmal täglich eingenommen werden und beeinflusst das Lipidprofil mit und ohne Boosterung kaum.


Gabriele Blaeser-Kiel, Hamburg
Doppelinfektion verschlechtert die Prognose
Eine Hepatitis C verläuft bei HIV-Patienten nicht nur deutlich fulminanter, sondern erhöht möglicherweise auch das Risiko für lebensbedrohliche AIDS-assoziierte Komplikationen.


Rosemarie Ziegler, Albershausen
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen in der Klinik
In einer prospektiven Studie wurden die Daten von 156 Krankenhauspatienten gesammelt und die Häufigkeit und Kausalität von Medikamenten-Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einem Klinikaufenthalt bestimmt. Dabei zeigte sich, dass sehr viele Begleiterscheinungen vermeidbar gewesen wären.


Gabriele Blaeser-Kiel, Hamburg
Prävention durch Mycophenolat-mofetil und niedrig dosiertes Ciclosporin?
Jedem zehnten herztransplantierten Patienten droht nach zehn Jahren die Dialyse. Als wesentlicher Risikofaktor gilt die Nephrotoxizität der Standardimmunsuppression. Nierenverträglicher scheint ein Regime mit Mycophenolatmofetil (MMF) und niedrig dosiertem Ciclosporin zu sein.