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25. Jahrgang Heft 1 Januar 2007

Editorial
Herausgeber und Redaktion der Arzneimitteltherapie


Neue Arzneimittel in der Diskussion
Dirk Strumberg, Herne, und Bettina Martini, Memmingen
Neue Therapieoption in der Onkologie
Sorafenib ist ein oral verfügbarer Multikinase-Inhibitor, der Proliferation und Angiogenese hemmt. Sorafenib ist für die Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms zugelassen bei Patienten, bei denen eine Interferon-alfa- oder Interleukin-2-basierte Therapie versagt hat oder die für eine Zytokin-Therapie nicht geeignet sind. In Deutschland erkranken jährlich etwa 17 000 Personen an einem Nierenzellkarzinom, meist im Alter von 50 bis 70 Jahren. Bei etwa einem Viertel der Patienten ist die Erkrankung bereits zum Zeitpunkt der Diagnose im fortgeschrittenen Stadium, bei etwa einem Drittel der Patienten mit lokal fortgeschrittenem Stadium, die zunächst operiert werden können, kommt es zu einem Rezidiv. Außer einer Immuntherapie mit Zytokinen gab es bislang für diese Patienten keine etablierte Therapieoption. Sorafenib wird auch beim nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC), beim hepatozellulären Karzinom und malignen Melanom in Studien untersucht.


Übersicht
Fabian Siegel und Petro E. Petrides, München
Diagnose und Therapie
Die Mehrzahl aller Patienten mit Polycythaemia vera – einer chronisch myeloproliferativen Erkrankung – leiden an einer quälenden Überempfindlichkeit der Haut: Nach Wasserkontakt tritt starker Juckreiz auf, der therapeutisch schwer zu beherrschen ist. In diesem Artikel werden die Behandlungsoptionen des aquagenen Pruritus unter besonderer Berücksichtigung der bei der Polycythaemia vera auftretenden Form dargestellt.

Arzneimitteltherapie 2007;25:9–16.


Consensus
Hartmut Lode, Ralf Stahlmann, Berlin, und Heino Skopnik, Worms*
Empfehlungen einer Expertenkommission der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e. V.
Orale Antibiotika werden vorwiegend in der ambulanten Medizin eingesetzt, finden aber bei leichten bis mittelschweren Infektionskrankheiten auch in der Klinik zunehmend Anwendung. Die Auswahl erfolgt primär nach medizinischen und sekundär nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, da die klinische Effektivität das entscheidende Auswahlkriterium ist. Die verschiedenen Antibiotika-Gruppen (Penicilline, Cephalosporine, Makrolide, Ketolide, Fluorchinolone, Tetracycline, Trimethoprim mit oder ohne Sulfonamid, Fosfomycin, Nitrofurantoin, Oxazolidinone, Nitroimidazole) werden nach ihrem antibakteriellen Spektrum und ihrer Pharmakokinetik charakterisiert. Aufgrund der häufigsten Erreger und der Ergebnisse von Therapiestudien werden daraus Empfehlungen abgeleitet, welche Antibiotika bei den unterschiedlichen Infektionen als Mittel der Wahl und als Alternativen in Frage kommen. Die tabellarischen Zusammenfassungen der Therapieempfehlungen und der Dosierungen bei Erwachsenen und Schulkindern sollen den rationalen Einsatz oraler Antibiotika erleichtern. Die Empfehlungen gelten vorwiegend für die initiale Therapie vor oder ohne Erregerkenntnis (kalkulierte Therapie, Tab. 1). Wo immer möglich, liegen den Empfehlungen Evidenz-basierte Daten zugrunde, die angelehnt an das Leitlinien-Manual der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und der Ärztlichen Zentralstelle für Qualitätssicherung „äzq“ bewertet werden. Nach den Kriterien der AWMF können die Empfehlungen als Leitlinie S2 eingestuft werden. Die Empfehlungsgrade werden im Einzelnen in den Tabellen angegeben (Tab. 2).
Seit 1984 (zuletzt 2002) erscheinen Empfehlungen einer Expertenkommission der Paul-Ehrlich-Gesellschaft (PEG) zum rationalen Einsatz oraler Antibiotika in der Praxis. Die Verfügbarkeit neuer Substanzen einerseits und die Veränderungen der Resistenzsituation in Mitteleuropa andererseits geben Anlass zu einer Aktualisierung dieser Empfehlungen. Hinzu kommt, dass ökonomische und leistungsrechtliche Aspekte der Pharmakotherapie einen immer höheren Stellenwert haben und einige relevante Neuregelungen in der Praxis gelten.

Arzneimitteltherapie 2007;25:16–29.


Fragen aus der Praxis
Gerd Luippold, Tübingen
Eine 62-jährige Patientin klagt über Herzrasen und Brustschmerzen. Elektrokardiographisch wurde eine Tachyarrhythmia absoluta nachgewiesen. Mit einer Herzkatheteruntersuchung wurde eine stenosierende koronare Herzerkrankung ausgeschlossen. Neben Antikoagulation erfolgt die Einleitung einer antiarrhythmischen Therapie mit Amiodaron.


Klinische Studie
Prof. Dr. med. H. C. Diener, Essen
Ergebnisse der ESPRIT-Studie
Die Kombination von Acetylsalicylsäure (ASS) und retardiertem Dipyridamol ist in der Sekundärpärvention nach Schlaganfall wirksamer als eine ASS-Monotherapie.


Referiert & kommentiert
Dr. Annemarie Musch
Therapie der Alzheimer-Krankheit
Im Folgenden werden viel versprechende neue Ansätze zur Therapie der Alzheimer-Krankheit aufgeführt, die sich durch einen neuen Wirkungsmechanismus auszeichnen und sich bereits in Phase II der klinischen Prüfung oder einem bereits fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befinden.


Dr. Susanne Heinzl
Tigecyclin vergleichbar wirksam wie Levofloxacin
Das Glycylcyclin-Antibiotikum Tigecyclin ist bei hospitalisierten Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie vergleichbar gut wirksam wie das Fluorchinolon Levofloxacin. Dies zeigen die Ergebnisse von zwei multizentrischen, randomisierten, doppelblind durchgeführten Phase-III-Studien.


Dr. Annemarie Musch
Ballaststoffe und GLP-1-Antwort