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26. Jahrgang Heft 3 März 2008

Editorial
Dr. med. Peter Stiefelhagen, Hachenburg
Intervention vs. Medikamente bei stabiler KHK


Neue Arzneimittel in der Diskussion
Jürgen K. Rockstroh, Bonn, und Annemarie Musch, Stuttgart
Chemokin-Corezeptor 5 (CCR5) als neue Zielstruktur in der HIV-Therapie
Der CCR5-Hemmer Maraviroc (Celsentri®) wurde in Europa Ende September 2007 zur HIV-Therapie vorbehandelter Patienten zugelassen. Der neue Wirkstoff muss in Kombination mit anderen antiretroviral wirkenden Arzneistoffen eingesetzt werden.
Voraussetzung für die Therapie mit Maraviroc ist der Nachweis von ausschließlich CCR5-tropen HI-Viren beim Patienten und damit der Nachweis von HI-Viren, die für den Eintritt in die T-Zelle neben der Bindung an CD4 einer weiteren Bindung an den ebenfalls von diesen Zellen exprimierten Chemokin-Corezeptor 5 bedürfen.


Marius Hoeper, Hannover, und Annemarie Musch, Stuttgart
Selektiver Endothelin-Rezeptorantagonist: Behandlung der pulmonal-arteriellen Hypertonie (PAH)
Der selektive Endothelin-Typ-A(ETA)-Rezeptorantagonist Sitaxentan (Thelin®) wurde im August 2006 zur Therapie der pulmonal-arteriellen Hypertonie (PAH) zugelassen. Seit Dezember 2006 ist der Arzneistoff erhältlich. Damit ist neben dem nicht-selektiven Endothelin-Rezeptorantagonisten Bosentan (Tracleer®) eine weitere Substanz aus dieser Stoffgruppe verfügbar. Bislang ist unklar, ob die ETA-Rezeptorselektivität Vorteile gegenüber einer nicht-selektiven ETA/ETB-Rezeptorblockade bringt.


Übersicht
Alexander Röth und Ulrich Dührsen, Essen
Aktuelle Diagnostik und Therapieansätze
Die paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (PNH) ist klinisch durch eine Trias aus hämolytischer Anämie, Thrombophilie und Zytopenie gekennzeichnet. Die Ursache ist eine Mutation des PIG(Phosphatidyl-Inositol-Glykan)-A-Gens der pluripotenten hämatopoetischen Stammzelle, wodurch es zum Verlust des GPI(Glykosylphosphatidylinositol)-Ankers und entsprechend verankerter Proteine auf der Oberfläche der betroffenen Zellreihen kommt. Die Diagnose wird mit Hilfe der Durchflusszytometrie gestellt, wodurch auch Art und Größe des PNH-Klons bestimmt werden können. Im Vordergrund der Behandlung steht die symptomatische Therapie. Bei sehr schweren Verläufen bietet die allogene Knochenmarktransplantation eine kurative Option. Ein neuer Ansatz in der Behandlung der PNH ist die Hemmung der terminalen Komplementstrecke durch einen monoklonalen Antikörper (Eculizumab). Hierdurch konnte in Studien die komplementvermittelte intravasale Hämolyse gehemmt, der Transfusionsbedarf gesenkt, die Lebensqualität der Patienten verbessert und auch das Risiko für thromboembolische Ereignisse gesenkt werden, welche die Haupttodesursache der PNH darstellen.


Fragen aus der Praxis
Bundesverband deutscher Krankenhausapotheker ADKA e.V. Ausschuss Arzneimittelinformation und Kommunikation und Arbeitsgruppe FAQ der ADKA-Aminfo-Datenbank


Gerd Luippold und Klaus Mörike, Tübingen
Ein 9-jähriger Patient mit einem zerebralen Anfallsleiden weist bei einer Routine-Kontrolle erhöhte Leberenzym-Serumaktivitäten auf. Die Hepatitis-Serologie ist negativ. Die Medikation besteht seit mehreren Jahren aus Levetiracetam, Ethosuximid und Sultiam. Frühere Leberenzym-Kontrollen, zuletzt vor etwa 6 Monaten, waren unauffällig gewesen.


Klinische Studien
Prof. Dr. Hans Christoph Diener, Essen
Frühe Sekundärprävention des Schlaganfalls mit Thrombozytenfunktionshemmern und CSE-Hemmern: Die FASTER-Studie
In der frühen Sekundärprävention ischämischer Ereignisse nach transienter ischämischer Attacke (TIA) und leichtem Schlaganfall scheint eine Kombinationstherapie von Clopidogrel und Acetylsalicylsäure (ASS) einer ASS-Monotherapie überlegen zu sein. Eine therapeutische Wirkung des frühen Einsatzes von Simvastatin konnte nicht belegt werden.


Prof. Dr. Hans Christoph Diener, Essen
Strukturierte Versorgung reduziert Rezidivrisiko

Eine rasche diagnostische Abklärung von Patienten mit transienter ischämischer Attacke (TIA) und leichtem Schlaganfall und sofortige Einleitung und Überwachung einer aggressiven Sekundärprävention in einer neurologischen Klinik senken das Risiko von Schlaganfällen innerhalb der nächsten 90 Tage um mehr als 80 % gegenüber einer Behandlung beim Hausarzt.



Prof. Dr. Hans Christoph Diener, Essen
Wirksamkeit von Prednisolon

Im Gegensatz zu Aciclovir ist Prednisolon in niedriger Dosis bei Patienten mit peripherer Fazialisparese wirksam.



Referiert & kommentiert
Dr. Annemarie Musch, Stuttgart
Therapie des Reizdarmsyndroms

Im Folgenden werden neue Ansätze zur Therapie des Reizdarmsyndroms aufgeführt, die sich durch einen neuen Wirkungsmechanismus auszeichnen und sich in einem bereits fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befinden.



Bettina Martini, Memmingen
Neuropeptide steuern entzündliche Prozesse bei Psoriasis

Bei der Psoriasis („Schuppenflechte”) sind neben Immunmodulatoren auch Neuropeptide, also Botenstoffe des Nervensystems, an dem komplexen entzündlichen Geschehen beteiligt. In einer britischen Fachzeitschrift für Dermatologie wurde eine Übersicht über das, was bisher zur Rolle der Neuropeptide bei Psoriasis bekannt ist, veröffentlicht.



Prof. Dr. Hans Christoph Diener, Essen
Cholinesterase-Hemmer und Memantin

Sowohl Cholinesterase-Hemmer als auch Memantin können kognitive Störungen bei Patienten mit vaskulärer Demenz positiv beeinflussen, so das Ergebnis einer Metaanalyse. Allerdings wird durch diese Therapie bisher der klinische Gesamteindruck nicht verbessert.



Dr. Susanne Heinzl, Stuttgart
Neues Cephalosporin mit breitem Wirkungsspektrum

Ceftobiprol ist ein neues Cephalosporin, das sich durch ein sehr breites Wirkungsspektrum auszeichnet. Es wirkt sowohl gegen Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) als auch gegen Pseudomonas aeruginosa. Aktuelle Daten wurden bei der 47th Interscience Conference on Antimicrobial Agents and Chemotherapy in Chicago im September 2007 vorgestellt.