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29. Jahrgang Heft 1 Januar 2011

Editorial
Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener,


Übersichten
Stephan Roßhart und Hans Christian Spangenberg, Freiburg

Das Phänomen der arzneimitteltoxischen Hepatopathie spielt heutzutage insbesondere vor dem Hintergrund der steigenden Zahlen an multimorbiden und entsprechend mit mehreren Medikamenten gleichzeitig behandelten Patienten eine wichtige Rolle. Im folgenden Beitrag werden die Charakteristika der verschiedenen Reaktionstypen, die Risikofaktoren, die klinischen Merkmale sowie die bei der Diagnostik zu beachtenden Aspekte erläutert. Zudem werden die wichtigsten hepatotoxischen Substanzen, prognostisch relevanten Faktoren und die neuesten therapeutischen Ansätze zusammengefasst.

Arzneimitteltherapie 2011;29:3–10.



Jörg Kreuzer, Limburg

Der Nutzen einer medikamentösen Therapie von Fettstoffwechselstörungen ist bei erhöhten LDL-Cholesterol-Werten – vor allem für Patienten mit höherem kardiovaskulärem Risiko – durch eine Fülle eindeutiger Studienergebnisse außerordentlich gut dokumentiert. In erster Linie kommen für die Therapie CSE-Hemmer zum Einsatz, bei nicht ausreichender LDL-Senkung oder Statin-Unverträglichkeit können Resorptionshemmer, Nikotinsäure oder Harze angewendet werden. Neben erhöhten LDL-Konzentrationen wirken auch niedrige HDL- und erhöhte Triglycerid-Werte proatherogen. Auch HDL und Triglyceride können medikamentös günstig beeinflusst werden. Bislang basiert die Evidenz für eine Therapie in diesen Fällen jedoch vor allem auf Studien mit verhältnismäßig geringer Teilnehmerzahl oder älteren Studien, die überwiegend in der „Vor-Statin-Ära“ durchgeführt wurden. Bei entsprechender Lipidkonstellation kommt jedoch auch hier eine medikamentöse Strategie zum Einsatz, um das kardiovaskuläre Risiko weiter zu minimieren.

Arzneimitteltherapie 2011;29:13–22.



Klinische Studie
Dr. Barbara Kreutzkamp, Hamburg
Vergleichbares Gesamtüberleben unter Fluorouracil/Folinsäure und Gemcitabin

Bei adjuvanter Gabe von Gemcitabin bei Patienten mit resektablen Pankreaskarzinomen unterschied sich das Gesamtüberleben nicht im Vergleich zu Patienten, die eine Kombination von Fluorouracil und Folinsäure erhielten. Das mediane Gesamtüberleben lag unter beiden Regimes bei rund 23 Monaten, das mediane progressionsfreie Überleben bei etwa 14 Monaten. Das ist das Ergebnis der ESPAC-3-Studie, der mit 1 088 Patienten größten bisher durchgeführten Studie zur adjuvanten Therapie des Pankreaskarzinoms.



Referiert & kommentiert
Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Positive Effekte mit Pasireotid

Für den selten vorkommenden Morbus Cushing gibt es bislang keine zugelassene medikamentöse Therapie. Mit Pasireotid befindet sich ein Somatostatin-Analogon in klinischer Prüfung, für das in einer Phase-III-Studie Wirksamkeit und Verträglichkeit nachgewiesen werden konnten, wie auf einem Pressegespräch von Novartis Oncology im November 2010 in Frankfurt berichtet wurde.



Bettina Christine Martini, Legau
Kein erhöhtes Risiko für Ösophaguskarzinom?

In einer großen Kohorten-Studie auf der Basis eines britischen Patientenregisters fand sich kein Hinweis auf eine erhöhte Inzidenz von Ösophagus- oder Magenkarzinomen bei oraler Einnahme von Bisphosphonaten.



Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen
Sind Benzodiazepine bei der Behandlung der Ischialgie wirksam?

Die zusätzliche Gabe von Benzodiazepinen zu Physio- und Schmerztherapie zur Behandlung radikulärer Schmerzen bei Patienten mit lumbalen Bandscheibenvorfällen erbrachte keinen Nutzen.



Bettina Christine Martini, Legau
Saccharose-Lösung lindert keine Schmerzen

Die orale Gabe einer kleinen Menge einer Zuckerlösung vor einem klinisch notwendigen Piks mit einer Lanzette kann zwar Verhaltensweisen und Mimik bei Neugeborenen so verändern, als würden weniger oder keine Schmerzen bestehen, entsprechende Gehirnaktivitäten werden aber nicht reduziert. So das Ergebnis einer randomisierten Studie mit 59 Neugeborenen einer Londoner Universitätsklinik.



Rosemarie Ziegler, Albershausen
Gentamicinschwamm kann Infektionen nicht verhindern

In zwei amerikanischen, multizentrischen Phase-III-Studien mit an Herz oder Darm operierten Patienten erwiesen sich implantierte Kollagenschwämme mit Gentamicin zur Prophylaxe postoperativer Wundinfektionen als unwirksam.



Andrea Warpakowski, Itzstedt
8%iges Capsaicin-Pflaster lindert Schmerzen bis zu drei Monate lang

Nach einer stufenweisen Markteinführung steht seit Anfang Oktober 2010 ein kutanes Pflaster mit 8 % Capsaicin (QutenzaTM) zur Behandlung peripherer neuropathischer Schmerzen bei nichtdiabetischen Erwachsenen bundesweit zur Verfügung. Nach einmaliger maximal einstündiger Applikation auf die schmerzhaften Hautareale lindert das kutane Pflaster periphere neuropathische Schmerzen bis zu drei Monate lang. Die Anwendung des Folienpflasters und die Ergebnisse der klinischen Studien zur Behandlung von Postzoster-Neuralgie und HIV-assoziierter Neuropathie wurden auf einer Pressekonferenz des Unternehmens Astellas im Rahmen des deutsches Schmerzkongresses im Oktober 2010 in Mannheim vorgestellt.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Risiko für Lymphome und Infektionen durch Biologika erhöht?

Eine Behandlung mit Biologika bei Patienten mit rheumatoider Arthritis erhöht das Risiko für das Auftreten eines Lymphoms nicht. Das Risiko für schwere Infektionen erhöht sich vor allem bei den Patienten, die von einem auf ein anderes Biologikum wechseln. Dabei bestehen zwischen den verschiedenen Biologika keine Unterschiede im Risiko mit Ausnahme von Infliximab, bei dem das Infektionsrisiko im Vergleich zu den anderen Substanzen etwas höher ist.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Progressionsfreies Überleben verlängert, optimale Dosierung und Therapiedauer offen

Mit der europäischen AGO-OVAR11/ICON7-Studie liegt nun die zweite Phase-III-Studie vor, in der durch eine Behandlung mit Bevacizumab (Avastin®) das progressionsfreie Überleben verlängert werden konnte, wie auf einer Pressekonferenz der Roche Pharma AG im Dezember 2010 in Frankfurt/M. berichtet wurde.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau