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29. Jahrgang Heft 2 Februar 2011

Referiert & kommentiert
Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Erweitert Everolimus die therapeutischen Möglichkeiten?

Die tuberöse Sklerose ist eine komplexe Systemerkrankung, die in fast allen Organen zu Fehlbildungen führen kann. Die derzeitige Behandlung ist in erster Linie symptomatisch orientiert. Mit Everolimus liegen aus einer Phase-II-Studie ermutigende Ergebnisse vor. Die Einsatzmöglichkeiten des mTOR-Hemmers werden nun in zwei Phase-III-Studien weiter untersucht, wie bei einer Pressekonferenz von Novartis Oncology berichtet wurde.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Nervenwachstumsfaktor-Hemmer als Analgetikum

Tanezumab, ein Antikörper, der die Wirkungen von Nervenwachstumsfaktor hemmt, lindert bei Patienten mit Hüftgelenksarthrose die Schmerzen und bessert die Funktion, so die Ergebnisse einer Phase-III-Studie mit über 600 Patienten.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Oraler JAK-Hemmer zur Behandlung von Patienten mit rheumatoider Arthritis

Der orale JAK-Hemmer Tasocitinib erwies sich in Monotherapie in einer Dosierung von 5 und 10 mg zweimal täglich als wirksam bei Patienten mit rheumatoider Arthritis. Dies zeigen die ersten Daten der Phase-III-Studie ORAL Solo.



Bettina Christine Martini, Legau
SYK-Inhibitor bei rheumatoider Arthritis

Patienten, die trotz Methotrexat-Therapie unter aktiver rheumatoider Arthritis leiden, steht möglicherweise bald ein neues Behandlungskonzept zur Verfügung. In einer Phase-II-Studie erreichten mit dem SYK-Hemmer Fostamatinib im Vergleich zu Plazebo signifikant mehr Patienten ein Ansprechen gemäß ACR-Kriterien.



Bettina Christine Martini, Legau
Weltweite Risikofaktoren für Schlaganfall

In der INTERSTROKE-Studie wurden weltweit die wichtigsten Risikofaktoren für ischämischen und hämorrhagischen Schlaganfall ermittelt. Das Ergebnis: Hypertonie ist – auch in ärmeren Ländern – der wichtigste Risikofaktor für Schlaganfall. Weitere wichtige Risikofaktoren sind Bewegungsmangel, abdominale Adipositas, Rauchen und falsche Ernährung.



Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen
Antipsychotische Therapie und Risiko venöser Thromboembolien

Es gibt eine eindeutige Assoziation zwischen der Einnahme von Antipsychotika und dem Risiko tiefer Beinvenenthrombosen und Lungenembolien. Das Risiko ist besonders erhöht bei Patienten, die diese Medikamente zum ersten Mal einnehmen und bei Patienten die atypische Neuroleptika erhalten.



Dr. Barbara Ecker-Schlipf, Holzgerlingen
Beeinflussen genetische Polymorphismen das Behandlungsergebnis?

Der orale, reversible Plättcheninhibitor Ticagrelor (BriliqueTM) ist bei akuten Koronarsyndromen wirksamer als Clopidogrel und zwar unabhängig von CYP2C19- und ABCB1-Polymorphismen. Bei Anwendung von Ticagrelor erübrigen sich daher die derzeit empfohlenen genetischen Tests vor Beginn einer dualen Antiplättchen-Therapie.



Dr. med. Peter Stiefelhagen, Hachenburg
Dronedaron ist eine Therapieoption der 1. Wahl

In der aktualisierten Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC) werden sowohl die Therapieziele als auch die Algorithmen für das therapeutische Management von Patienten mit Vorhofflimmern neu definiert. Auf der Basis der Ergebnisse der ATHENA-Studie wird in der Leitlinie das Antiarrhythmikum Dronedaron als eine Therapieoption der ersten Wahl für Patienten mit nichtpermanentem Vorhofflimmern empfohlen, wenn keine schwere chronische oder instabile Herzinsuffizienz vorliegt. Die aktuellen Empfehlungen wurden auf einem von der Firma Sanofi-Aventis im Rahmen der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) in Nürnberg veranstalteten Satellitensymposium zusammengefasst.



Dr. med. Peter Stiefelhagen, Hachenburg
Ticagrelor effektiver als der derzeitige Therapiestandard

Mit dem oralen Thrombozytenfunktionshemmer Ticagrelor (Brilique™) steht seit Dezember 2010 eine neue Substanz zur Prävention atherothrombotischer Ereignisse bei erwachsenen Patienten mit einem akuten Koronarsyndrom zur Verfügung. Für Ticagrelor konnte im Rahmen der PLATO-Studie eine höhere Effektivität im Vergleich mit dem bisherigen Therapiestandard Clopidogrel dokumentiert werden, ohne dass es zu einem Anstieg schwerer und tödlicher Blutungen kam, so das Fazit einer von der Firma AstraZeneca am 14. Dezember 2010 in Frankfurt a. M. veranstalteten Pressekonferenz.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Thrombozytenfunktionshemmer für Patienten mit akutem Koronarsyndrom

Neue Daten vom Jahreskongress 2010 der American Heart Association (AHA) belegen erneut die Wirksamkeit des oralen Thrombozytenfunktionshemmers Prasugrel (Efient®) bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom und Koronarintervention (PCI). So wurde gezeigt, dass auch Patienten, bei denen später eine Bypass-Operation erforderlich war, von Prasugrel profitieren können, wie auf einer Pressekonfererenz von Daiichi-Sankyo und Lilly Deutschland GmbH im Dezember 2010 in Berlin berichtet wurde.



Dr. Claudia Bruhn, Schmölln
Komplizierte Infektionen effektiv behandelbar

In einer prospektiven, multizentrischen nichtinterventionellen Studie wurden Wirksamkeit und Sicherheit von Tigecyclin in einer Population von schwerkranken Patienten mit komplizierten Infektionen des Bauchraums, der Haut und der Weichgewebe untersucht. Dabei betrugen die Raten für eine klinische Heilung oder Besserung bis zu 82 %. Die Studiendaten wurden auf einem Pressegespräch der Firma Pfizer im November 2010 in Berlin vorgestellt.



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau


Übersichten
Lutz M. Drach, Schwerin, und Georg Adler, Mannheim

Die Behandlung der nichtkognitiven Störungen von Demenzpatienten mit Antipsychotika ist mit erheblichen Nebenwirkungen und Risiken verbunden. Alternative Behandlungen sind verfügbar, insbesondere Cholinesterasehemmer, Memantin, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Monoaminoxidase-Hemmer, Trazodon, Tiaprid und verschiedene Antikonvulsiva. Indikationen, Wirksamkeit und Nebenwirkungen dieser Medikamente bei der Behandlung der Verhaltensstörungen von Demenzpatienten werden dargestellt. Wie die Indikation zur medikamentösen Behandlung durch Zielsymptomatik und Überlegungen zur Verträglichkeit beeinflusst wird, wird anhand eines Fallbeispiels veranschaulicht.

Arzneimitteltherapie 2011;29:42–50.



Eva Neunhoeffer und Barbara Lawrenz, Tübingen

Eine kausale Therapie der Endometriose existiert nicht. Die therapeutischen Möglichkeiten der meist chronisch verlaufenden Erkrankung umfassen operative und medikamentöse Behandlungsansätze (Schmerztherapie, hormonelle Therapie) – in vielen Fällen ist eine Kombination erforderlich. Auch komplementäre Therapieformen kommen zur Anwendung. Das therapeutische Vorgehen muss individuell unter Berücksichtigung der Lokalisation und Ausprägung der Endometriose, der damit einhergehenden Symptomatik, der aktuellen Lebenssituation der Patientin (z. B. bestehender Kinderwunsch) sowie der Nebenwirkungen einer medikamentösen und der möglichen Risiken einer operativen Therapie abgewogen und gegebenenfalls im Verlauf angepasst werden.

Arzneimitteltherapie 2011;29:35–41.