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29. Jahrgang Heft 5 Mai 2011

Editorial
Dr. med. Peter Stiefelhagen, Hachenburg
An pulmonale Nebenwirkungen wird zu selten gedacht


Übersichten
Johann D. Ringe, Leverkusen
Grundlagen, Wirksamkeit und Indikationen

Die Entdeckung des RANK-/RANKL-/Osteoprotegerin-Signalwegs ist ein entscheidender Fortschritt im Verständnis des Knochenstoffwechsels. Das zweimal jährlich subkutan zu applizierende Biologikum Denosumab hemmt RANK-Ligand und steuert so die Osteoklastenaktivität. Die Daten der bislang größten im Bereich Osteoporose durchgeführten Studie (FREEDOM) belegen die Wirksamkeit und Sicherheit von Denosumab. Der Wirkstoff ist seit Mai 2010 zur Behandlung der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Frakturrisiko sowie zur Behandlung von Knochenschwund im Zusammenhang mit einer hormonablativen Therapie bei Männern mit Prostatakarzinom mit erhöhtem Frakturrisiko zugelassen. Im vorliegenden Beitrag werden die Pathogenese der postmenopausalen Osteoporose, der Wirkungsmechanismus von Denosumab sowie die Ergebnisse des klinischen Studienprogramms zusammengefasst. Weiterhin wird auf die Anwendung von Denosumab bei verschiedenen klinischen Ausgangssituationen eingegangen.

Arzneimitteltherapie 2011;29:142–8.



Hans-Christoph Diener, Charly Gaul, Zaza Katsarava und Dagny Holle, Essen

Erst in neuerer Zeit wurde eine Entität von Kopfschmerzen beschrieben, die als chronische Migräne bezeichnet wird. Definitionsgemäß handelt es sich dabei um Patienten mit einer Migräne, die an mehr als 15 Tagen im Monat unter Kopfschmerzen leiden. Die Behandlung erfolgt am besten im Rahmen eines multidisziplinären Konzepts. Die meisten bisher durchgeführten Therapiestudien wiesen schwere methodische Mängel auf, weshalb sich daraus keine Therapieempfehlungen ergaben. Eine Reihe von Substanzen, die bei der episodischen Migräne prophylaktisch wirksam sind, wurden bei der chronischen Migräne nicht untersucht. Nur zwei Behandlungen haben bisher ihre Wirkung in Plazebo-kontrollierten, prospektiven, randomisierten Studien belegt: Topiramat und die lokale Injektion von Botulinumtoxin A. Die absoluten Behandlungseffekte sind allerdings relativ gering.

Arzneimitteltherapie 2011;29:149–54.



Klinische Studien
Rosemarie Ziegler, Albershausen
Weniger kardiovaskuläre Ereignisse nach PCI unter doppelter Clopidogrel-Dosis

Die Ergebnisse einer Subgruppenanalyse der CURRENT-OASIS-7-Studie zeigen, dass bei Patienten, die aufgrund eines akuten Koronarsyndroms eine perkutane Koronarintervention (PCI) erhalten, die Verdopplung der Clopidogrel-Dosis über sieben Tage nach der Intervention mit einer im Vergleich zur Standarddosis geringeren Rate an kardiovaskulären Ereignissen und Stentthrombosen einhergeht. Dagegen unterschieden sich hoch und niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS) in Wirkung und Sicherheit nicht signifikant.



Referiert & kommentiert
Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Cathepsin-K-Inhibitor zur Behandlung der Osteoporose

Mit Odanacatib befindet sich ein selektiver Cathepsin-K-Inhibitor in Phase III der klinischen Prüfung, der einen neuen Ansatz für die Therapie der Osteoporose darstellt. Die Daten einer Phase-IIb-Studie wurden Ende März im Rahmen eines von der Firma MSD veranstalteten Satellitensymposiums beim Osteologie-Kongress 2011 in Fürth vorgestellt.



Bettina Christine Martini, Legau
Konjugierter Antikörper erfolgreich bei Hodgkin-Lymphom

Brentuximab vedotin ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, das an das CD30-Oberflächenantigen bindet. In einer Phase-I-Studie wurden vielversprechende Ergebnisse bei Patienten mit malignen Lymphomerkrankungen erzielt.



Dr. Barbara Ecker-Schlipf, Holzgerlingen
Kein Überlebensvorteil mit einer frühen Rückfallbehandlung

Die frühe Rückfallbehandlung eines Ovarialkarzinoms allein auf der Basis einer erhöhten CA125-Konzentration erbrachte keine Hinweise auf einen Überlebensvorteil. Die Durchführung von Routinemessungen des Tumormarkers CA125 in der Nachbeobachtung von Frauen mit Ovarialkarzinom, die mit der First-Line-Therapie eine komplette Remission erreicht haben, kann demnach nicht empfohlen werden.



Dr. Barbara Ecker-Schlipf, Holzgerlingen
Kombination von Vinorelbin und Trastuzumab als First-Line-Therapie geeignet

Bei Patientinnen mit fortgeschrittenem HER2-positivem Mammakarzinom erwies sich die Kombination von Vinorelbin und Trastuzumab als ebenso wirksam, aber besser verträglich als die Standardtherapie bestehend aus Docetaxel und Trastuzumab.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Neue orale Behandlungsmöglichkeit für Patienten mit multipler Sklerose

Mit dem oral applizierbaren Sphingosin-1-phosphat(S1P)-Rezeptormodulator Fingolimod (Gilenya®) hat die EU-Kommission am 18. März 2011 ein neues Therapieprinzip für Patienten mit multipler Sklerose (MS) zugelassen. Wirkungsmechanismus, klinische Erfahrungen sowie bei der praktischen Anwendung zu beachtende Aspekte waren Thema einer von Novartis Pharma Ende März in München veranstalteten Pressekonferenz.



Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen
Schwacher Muskel, gestörte Atmung

Atmungsstörungen sind bei neuromuskulären Erkrankungen ein vielfach unterschätztes Leitsymptom. Sie zeigen sich beispielsweise als Belastungsdyspnoe, als Kurzatmigkeit in flacher Rückenlage oder in Form schlafbezogener Atmungsstörungen. Damit einhergehende Symptome, Diagnostik und therapeutische Möglichkeiten – zum Beispiel bei Morbus Pompe – waren Thema eines von der Firma Genzyme im Rahmen der 25. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung in Münster veranstalteten Satellitensymposiums.



Dr. med. Peter Stiefelhagen, Hachenburg
Wichtig ist eine individuelle Risikostratifizierung

Dem kardialen Risikopatienten drohen in der perioperativen Phase eine Reihe von lebensgefährlichen Komplikationen wie akutes Koronarsyndrom, kardiale Dekompensation und maligne Rhythmusstörungen. Um das Risiko zu minimieren, sind eine präoperative Risikostratifizierung und eine Optimierung der medikamentösen Therapie zwingend erforderlich. Das perioperative Management kardialer Risikopatienten war Thema eines Tutoriums, das im Rahmen des Seminarkongresses „Interdisziplinäre Intensivmedizin“ im März dieses Jahres in Garmisch-Partenkirchen stattfand.



Dr. med. Peter Stiefelhagen, Hachenburg
Wann ist die Gabe von Glutamin indiziert?

Eine adäquate Ernährung ist für Intensivpatienten von prognostischer Bedeutung. Neben der Kalorien- und Flüssigkeitsgabe hat auch der Einsatz von Nährsubstraten im Sinne einer Immuno- oder Pharmakonutrition einen hohen Stellenwert. In welchen Fällen die Gabe von Glutamin indiziert ist, wurde bei einem von der Firma Fresenius Kabi im Rahmen des Seminarkongresses „Interdisziplinäre Intensivmedizin“ veranstalteten Seminars im März dieses Jahres in Garmisch-Partenkirchen diskutiert.



Dr. Petra Jungmayr, Esslingen
Hemmung von mTOR bei neuroendokrinen Tumoren

Im Rahmen eines umfangreichen Studienprogramms werden derzeit der mTOR-Inhibitor Everolimus und das Somatostatin-Analogon Octreotid bei neuroendokrinen Tumoren (NET) untersucht. Bei einer von Novartis Oncology Ende des letzten Jahres in München veranstalteten Pressekonferenz wurden aktuelle Studienergebnisse vorgestellt.



Abdol A. Ameri, Weidenstetten
Remission ist das Ziel der Therapie

Bei rheumatoider Arthritis (RA) sollten eine frühzeitige Behandlung und eine engmaschige Therapiekontrolle erfolgen. Therapieziel ist die dauerhafte Remission. Bei unzureichendem Ansprechen auf eine Starttherapie mit Methotrexat (MTX) sollte eine Kombinationstherapie mit einem Biologikum erfolgen. Für die TNF-α-Blocker Infliximab und Golimumab bestätigen die auf den Jahreskongressen 2010 des American College of Rheumatology (ACR) und der European league against rheumatism (EULAR) vorgestellten Ergebnisse eine gute und anhaltende Wirksamkeit bei rheumatoider Arthritis, ankylosierender Spondylitis (AS) und Psoriasis-Arthritis (PsA), so das Fazit einer Pressekonferenz der Firma Essex Pharma, die im Januar dieses Jahres in München stattfand [1].



Notizen
Bettina Christine Martini, Legau