Mammakarzinom

Paclitaxel verbessert Überleben


Dr. Susanne Heinzl, Stuttgart

Eine zweiwöchentliche, so genannte dosisdichte Behandlung mit Paclitaxel zusätzlich zu Doxorubicin und Cyclophosphamid senkte bei Frauen mit Brustkrebs im Vergleich zur herkömmlichen dreiwöchentlichen Gabe der Zytostatika die Rezidivrate um 26 % und die Sterblichkeit um 31 %. Dies zeigten erste Ergebnisse einer großen Phase-III-Studie der Cancer and Leukemia Group B (CALGB).

Bei Frauen mit nodal positivem Brustkrebs ist die Behandlung aus Doxorubicin plus Cyclophosphamid gefolgt von Paclitaxel Standard in der adjuvanten Therapie. In der CALGB-9741-Studie wurde untersucht, ob durch eine Änderung des Therapieschemas und der Dosisintensität von Paclitaxel weitere Vorteile zu erzielen sind.

Bei 2 005 Frauen mit nodal positivem, operablem Brustkrebs wurde Doxorubicin plus Cyclophosphamid gefolgt von Paclitaxel gegen sequenziell appliziertes Doxorubicin, Cyclophosphamid und Paclitaxel entweder im zweiwöchentlichen dosisdichten Behandlungsplan oder im herkömmlichen dreiwöchentlichen Schema verglichen (Tab. 1). Die kumulierte Dosis war in allen vier Armen der Studie gleich.

Primärer Endpunkt der Studie war das krankheitsfreie Überleben. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 36 Monaten war es bei den Patientinnen in den Gruppen mit der dosisdichten Therapie zu einer relativen Reduktion des Rezidivrisikos um 26 % (p = 0,001) gekommen. Das krankheitsfreie Überleben nach vier Jahren lag in den dosisdichten Therapiegruppen bei 82 %, in den herkömmlichen dreiwöchentlichen Therapiegruppen bei 75 %. Das Gesamtüberleben, der sekundäre Endpunkt, wurde ebenfalls beeinflusst. Mit der dosisdichten Therapie konnte das Mortalitätsrisiko um relativ 31 % verringert werden (p = 0,013). Die Patientinnen in den dosisdichten Gruppen waren prophylaktisch mit Filgrastim (Neupogen®) behandelt worden, um Infektionen vorzubeugen.

Ob die Behandlung gleichzeitig oder sequenziell erfolgte, hatte keinen Einfluss auf das krankheitsfreie Überleben und auf das Gesamtüberleben. Die dosisdichte Behandlung dauerte nur 16 Wochen gegenüber 24 bis 36 Wochen in den dreiwöchentlichen Armen und erwies sich damit für die Frauen ebenfalls als angenehmer.

Quelle

Citron M. Superiority of dose-dense over conventional scheduling and equivalence of sequential vs. combination adjuvant chemotherapy for node-positive breast cancer (CALGB 9741, INT C9741) 25. Annual San Antonio Breast Cancer Symposium, 12. Dezember 2002, Abstract Nr. 15


Tab. 1. Behandlungsgruppen in der CALGB-9741-Studie

A: Sequenzielle Gabe: Doxorubicin gefolgt von Paclitaxel, gefolgt von Cyclophosphamid in dreiwöchentlichen Intervallen (konventionelle Therapie)

B: Sequenzielle dosisdichte Gabe: Doxorubicin gefolgt von Paclitaxel, gefolgt von Cyclophosphamid in zweiwöchentlichen Intervallen plus Filgrastim

C: Gleichzeitige Gabe: Doxorubicin zusammen mit Cyclophosphamid gefolgt von Paclitaxel in dreiwöchentlichen Intervallen

D: Gleichzeitige Gabe: Doxorubicin zusammen mit Cyclophosphamid gefolgt von Paclitaxel in zweiwöchentlichen Intervallen plus Filgrastim

Die kumulative Dosis betrug in allen vier Armen

  • Paclitaxel 175 mg/m²
  • Doxorubicin 60 mg/m²
  • Cyclophosphamid 600 mg/m²

Arzneimitteltherapie 2003; 21(03)