Fosamprenavir


Stand und Stellenwert in der Therapie der HIV-Infektion

Veröffentlicht am: 28.11.2019

Esther Voigt und Jürgen K. Rockstroh, Bonn

Mit der Einführung der hochaktiven antiretroviralen Therapie ist es zu einer nachhaltigen Reduktion der Morbidität und Letalität von HIV-infizierten Patienten gekommen. Compliance-Schwierigkeiten und Resistenzentwicklung gefährden jedoch die Dauerhaftigkeit des Therapieerfolges. Wegen seiner guten pharmakologischen Eigenschaften, verhältnismäßig einfachen Einnahmebedingungen und guten Wirksamkeit bei therapienaiven, aber auch vorbehandelten Patienten stellt Fosamprenavir ein wichtiges neues Pharmakon bei der Behandlung der HIV-Infektion dar.
Arzneimitteltherapie 2005;23:37–41.

Die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) ist seit Mitte der 90er Jahre Standard in der Behandlung der HIV-Infektion. Einer HAART liegt die Kombination von mindestens drei in den HIV-Replikationszyklus eingreifenden Substanzen zugrunde. Mit dieser Kombinationstherapie konnte erstmals eine nachhaltige Unterdrückung der viralen replikativen Aktivität und konsekutiv eine Rekonstitution des durch HIV kompromittierten Immunstatus erreicht werden.

Heute beginnt eine erhebliche Anzahl der Patienten erst in fortgeschrittenem Stadium der Erkrankung eine HAART. Andererseits steigt die Zahl der vorbehandelten Patienten mit multiplen Resistenzen und Kreuzresistenzen gegen die antiretroviralen Substanzen. Für beide Patientengruppen sind Proteaseinhibitoren (PI) ein entscheidender Bestandteil der HAART. Die mit einer Proteaseinhibitor-haltigen HAART unter anderem häufig einhergehende hohe Tablettenzahl stellt jedoch ein wesentliches Hindernis für die Patientencompliance dar. Eine unregelmäßige oder unvollständige Medikamenteneinnahme führt ebenso wie substanzspezifische pharmakologische Schwächen zu nicht ausreichend wirksamen Plasmaspiegeln, die wiederum die Resistenzbildung begünstigen. Hoch effektive, einfach einzunehmende und verträgliche Substanzen sind deshalb Ziel der Entwicklung neuer antiretroviraler Therapiemöglichkeiten. Mit der Zulassung von Fosamprenavir (Telzir®) in Europa wird das antiretrovirale Arsenal durch eine Substanz mit vergleichsweise einfachen Einnahmebedingungen, guten pharmakologischen Eigenschaften und einem günstigen Resistenzprofil bereichert.

Wirkungsmechanismus

Fosamprenavir selbst zeigt keine antivirale Aktivität. Der antiretroviral wirksame Metabolit von Fosamprenavir ist Amprenavir, ein Proteaseinhibitor. Proteaseinhibitoren binden kompetitiv an das aktive Zentrum der HIV-1-Protease, sodass die Prozessierung des viralen Polyproteins, die am Ende des Replikationszyklus steht, gehemmt wird. Infolgedessen entstehen unreife, nicht infektiöse Virionen. Der Infektions-Replikationszyklus wird unterbrochen, was an einer abfallenden Plasma-Viruskonzentration messbar ist und konsekutiv zu einer Erholung des Immunsystems mit einem Anstieg der CD4-Helferzellzahl führt.

Pharmakokinetik

Fosamprenavir ist das besser oral bioverfügbare Prodrug des bereits seit langem in der HIV-Therapie etablierten Proteaseinhibitors Amprenavir. Fosamprenavir wird nach oraler Gabe durch Phosphatasen des Darmepithels rasch und vollständig zu Amprenavir und anorganischem Phosphat hydrolysiert (Abb. 1). Die maximale Plasmakonzentration von Amprenavir nach oraler Gabe von Fosamprenavir wird nach etwa zwei Stunden erreicht. Amprenavir wird rasch hepatisch über das Cytochrom-P450-System (CYP450) metabolisiert, die inaktiven Metaboliten werden überwiegend enteral ausgeschieden. Die rasche hepatische Metabolisierung bedingt, dass Plasmaspiegel häufig im subtherapeutischen Bereich zu liegen kommen, vor allem wenn die inhibitorische Konzentration (IC50 bzw. IC90) durch Resistenzmutationen erhöht ist. Fosamprenavir ist deshalb in der Kombination mit Ritonavir (Norvir®) zugelassen. Ritonavir, selbst ein zur HIV-Therapie zugelassener Proteaseinhibitor, ist bereits in niedrigster Dosis ein potenter Inhibitor von CYP450 und verlangsamt entsprechend die Metabolisierung der meisten Proteaseinhibitorene drastisch, sodass ihre Plasmaspiegel nachhaltig angehoben, „geboostert“ werden. In der zur Boosterung eingesetzten Dosis entfaltet Ritonavir selbst keine antiretrovirale Wirkung und auch die ihm eigenen Nebenwirkungen sind wenig ausgeprägt.

Die orale Gabe von äquivalenten Dosen Amprenavir und Fosamprenavir führte zu einer etwa gleichen Fläche unter der Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve (Area under the curve, AUC), wobei bei Fosamprenavir die Maximalkonzentration (Cmax) um etwa 30 % niedriger und die Talspiegel um etwa 28% höher lagen [2]. Gegenüber ungeboostertem Fosamprenavir führt Fosamprenavir mit Ritonavir zu einer Verdopplung der AUC und einem vier- bis sechsfach höheren Talspiegel [3]. Die Pharmakokinetik von Fosamprenavir verändert sich je nach Einnahme nüchtern oder zu einer Mahlzeit nicht. Fosamprenavir kann daher nahrungsunabhängig eingenommen werden. Amprenavir ist nicht liquorgängig.

Erfahrungen aus klinischen Studien

Die Wirksamkeit von geboostertem Fosamprenavir konnte in einer Studie an therapienaiven HIV-Patienten mit weit fortgeschrittenem Immundefekt und hoher HI-Virämie gezeigt werden. In der multizentrischen, randomisierten, offenen so genannten SOLO-Studie erhielten 650 Patienten zwei nucleosidische Reverse-Transcriptase-Hemmer (NRTI) und entweder Fosamprenavir/Ritonavir 1 400/200 mg einmal täglich oder Nelfinavir 1 250 mg zweimal täglich [4]. Nach 48 Wochen wiesen in der Intention-to-treat-Analyse 56 % der Patienten mit Fosamprenavir/Ritonavir und 52 % mit Nelfinavir eine Viruskonzentration unter der Nachweisgrenze auf. In der Per-Protokoll-Analyse zeigte sich eine Viruskonzentration unter der Nachweisgrenze in 78 % unter Fosamprenavir/Ritonavir- und 72 % unter Nelfinavir-Therapie [4] (Abb. 2). Bei Patienten, die nach 48 Wochen in der SOLO-Studie weiterhin Fosamprenavir/Ritonavir einmal täglich erhielten, konnte ein gutes dauerhaftes virologisches und immunologisches Therapieansprechen auch nach 96 Wochen beobachtet werden mit einer Viruskonzentration unter der Nachweisgrenze in 86 % (On-Treatment-Analyse) und einem Anstieg der CD4-Helferzellzahl im Median um 263/µl [5]. Bei Einnahme von Fosamprenavir/Ritonavir bildeten sich über einen Beobachtungszeitraum von 48 Wochen signifikant weniger Resistenzmutationen als mit Nelfinavir. Bei einer Behandlung mit Fosamprenavir/Ritonavir wurden keine neu auftretenden Mutationen im Protease-Gen beobachtet, während das bei 50 % der Nelfinavir-behandelten Patienten der Fall war [6]. Mit 13 % entwickelten auch signifikant weniger Patienten unter Fosamprenavir/Ritonavir-Applikation Resistenzmutationen im reverse-Transcriptase-Gen gegenüber 69% der Nelfinavir-behandelten Patienten [6] (Tab. 1). Auch nach 96 Wochen wurden in zuvor therapienaiven Patienten bisher keine Protease-Genmutationen unter Fosamprenavir/Ritonavir-Gabe einmal täglich beobachtet [5]. Bei Behandlung mit ungeboostertem Fosamprenavir von zuvor unbehandelten Patienten (NEAT-Studie) wurden dagegen vereinzelt Protease-Mutationen beobachtet, die sich als relativ spezifisch für Amprenavir darstellten [7]. Klinische Virusisolate mit entsprechendem Mutationsspektrum erwiesen sich gegenüber anderen Proteaseinhibitoren jedoch noch als empfindlich [7].

Bei vorbehandelten Patienten erwies sich Fosamprenavir/Ritonavir ebenfalls gut wirksam, eine Nicht-Unterlegenheit konnte gegenüber dem Vergleichs-Proteaseinhibitor Lopinavir/Ritonavir jedoch dem Studiendesign entsprechend nicht gezeigt werden. In der CONTEXT-Studie erhielten etwa 320 mit allen antiretroviralen Substanzklassen vorbehandelte Patienten und aktuell versagender HAART eine nach genotypischer Resistenztestung optimierte Kombinationstherapie mit Fosamprenavir/Ritonavir 700/100 mg zweimal täglich oder 1 400/200 mg einmal täglich oder Lopinavir/Ritonavir 400/100 mg zweimal täglich [8]. Nach 48 Wochen zeigten 58 % der Patienten mit Fosamprenavir/Ritonavir zweimal täglich eine Viruskonzentration unter 400 Kopien/ml gegenüber 61 % mit Lopinavir/Ritonavir [9]. Die einmal tägliche Gabe von Fosamprenavir/Ritonavir war der zweimal täglichen Gabe und der Behandlung mit Lopinavir/Ritonavir deutlich unterlegen mit einer Viruskonzentration unter 400 Kopien/ml bei 50 % der Behandelten [10]. Insbesondere bei Patienten mit sehr hoher initialer Virämie (> 100 000 Kopien/ml) war Fosamprenavir/Ritonavir auch zweimal täglich dem Vergleichs-Proteaseinhibitor Lopinavir/Ritonavir im virologischen Ansprechen zu Woche 48 unterlegen [3].

In der CLASS-Studie wurden Wirksamkeit und Verträglichkeit von Fosamprenavir/Ritonavir einmal täglich bei Patienten untersucht, die von ihrer initialen HAART mit Amprenavir/Ritonavir nach 175 Tagen (median) umgestellt wurden. Das gute virologische Ansprechen blieb nach der Umstellung von Amprenavir/Ritonavir auf Fosamprenavir erhalten. Nach 96 Wochen lag die HI-Viruskonzentration bei 70% der Patienten unter der Nachweisgrenze, während dies zum Zeitpunkt der Umstellung bei 55 % der Fall war [11].

Anhand kleiner Fallzahlen konnte gezeigt werden, dass geboosterte Doppel-Proteaseinhibitor-Strategien mit Fosamprenavir erfolgreich sein können [12, 13]. In der Vergangenheit wurde jedoch wiederholt gezeigt, dass insbesondere die Kombination von Amprenavir mit Lopinavir/Ritonavir sich sehr ungünstig auf die Medikamentenspiegel beider Substanzen mit der Gefahr ineffektiver Substanzkonzentrationen auswirken kann [14, 15]. Für Fosamprenavir/Ritonavir (700/100 bzw. 200 mg) und Saquinavir-Hartgel (1000 mg) zweimal täglich zeigten sich unveränderte Amprenavir-Plasmaspiegel und wahrscheinlich unwesentliche Veränderungen der Saquinavir-Spiegel [13]. Des Weiteren erwies sich die Kombination von geboostertem Amprenavir mit dem nicht-nucleosidalen Reverse-Transcriptase-Hemmer (NNRTI) Efavirenz als möglich [10, 16]. Tabelle 2 zeigt exemplarisch Beobachtungen zur Interaktion von Amprenavir und Fosamprenavir mit anderen Proteaseinhibitoren bzw. NNRTIs.

Sicherheitsprofil

Das Spektrum unerwünschter Wirkungen von Fosamprenavir entspricht dem von Amprenavir. Insgesamt stellt sich die Verträglichkeit von Fosamprenavir in verschiedenenen Studien vergleichsweise gut dar. Nebenwirkungsbedingte Therapieabbrüche sind unter Fosamprenavir-Gabe selten. Vor allem sind gastrointestinale Nebenwirkungen wie Diarrhöen, Übelkeit und Erbrechen zu beobachten. Jedoch zeigte sich mit Fosamprenavir/Ritonavir zweimal täglich (SOLO-Studie) bzw. Fosamprenavir einmal täglich (NEAT-Studie) jeweils im Vergleich zu Nelfinavir signifikant seltener eine Medikamenten-induzierte Diarrhö, und die Dauer der Diarrhö sowie der Bedarf an Antidiarrhoika waren mit Fosamprenavir geringer [17]. Des Weiteren treten selten makulopapulöse Exantheme auf, die in der Regel spontan oder unter symptomatischer Therapie mit Antihistaminika abklingen. Das Auftreten eines Exanthems erfordert nicht in jedem Fall einen Therapieabbruch, jedoch muss die Behandlung mit Fosamprenavir bei Hautausschlägen mit systemischen Symptomen sowie Schleimhautbeteiligung abgebrochen werden, da schwere, lebensbedrohliche Verläufe wie das Stevens-Johnson-Syndrom bekannt geworden sind. Laborabnormitäten wie Transaminasen-Erhöhungen sind häufig, jedoch selten von klinischer Relevanz. Des Weiteren werden unter Ritonavir-geboostertem Fosamprenavir vergleichbar mit anderen Proteaseinhibitoren Dyslipidämien beobachtet. Eine Übersicht über häufige unerwünschte Arzneiwirkungen unter Fosamprenavir-Gabe gibt Tabelle 3.

Anwendungshinweise

Die empfohlene Dosierung von Fosamprenavir beträgt zweimal täglich 700 mg (1 Tablette) in Kombination mit Ritonavir 100 mg (1 Kapsel). Die einmal tägliche Gabe von 1 400 mg Fosamprenavir mit 200 mg Ritonavir ist gut untersucht, zeigt bei nicht vorbehandelten Patienten gute Wirksamkeit und hat in den USA eine entsprechende Zulassung erhalten. Dagegen wurde in Europa lediglich der zweimal täglichen Dosierung die Zulassung erteilt. Die Empfehlung zur zweimal täglichen Gabe lässt sich mit niedrigeren Talspiegeln der einmal täglichen gegenüber der zweimal täglichen Einnahme und den schlechteren Ergebnissen bei vorbehandelten Patienten unter einmal täglicher Therapie begründen. Fosamprenavir/Ritonavir kann unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden.

Bei schweren Leberfunktionsstörungen muss Fosamprenavir mit Vorsicht eingesetzt werden. Wegen der vernachlässigbaren renalen Ausscheidung wird eine Dosisanpassung bei Nierenfunktionseinschränkung nicht für notwendig erachtet.

Fosamprenavir darf nicht gleichzeitig mit Medikamenten von geringer therapeutischer Breite, die über das gleiche CYP450-Isoenzym (CYP3A4 und CYP2D6) metabolisiert werden, verabreicht werden.

Diskussion

Durch die Neuformulierung von Amprenavir als Fosamprenavir konnte eine erhebliche Reduktion der Tablettenmenge und damit verbesserte Einnahmebedingungen gegenüber Amprenavir, aber auch anderen verfügbaren Proteaseinhibitoren erzielt werden. Fosamprenavir hat darüber hinaus ein vergleichsweise günstiges Nebenwirkungsprofil. Einnahmebedingungen und Nebenwirkungen spielen eine gewichtige Rolle für die Compliance der Patienten und damit den Langzeiterfolg der HAART. Ritonavir-geboostertes Fosamprenavir zeigt ein gutes dauerhaftes virologisches Ansprechen bei nicht vorbehandelten HIV-infizierten Patienten. Wie bereits für andere Proteaseinhibitor-Regime gezeigt, bietet die durch Ritonavir-Boosterung erzielte robuste Pharmakokinetik mit hohen Substanzspiegeln weitreichenden Schutz vor der Neubildung von Resistenzmutationen.

Fosamprenavir/Ritonavir erscheint damit einerseits gut für die initiale Therapie von Patienten mit fortgeschrittenem Immundefekt und/oder hoher HI-Virämie geeignet. Aufgrund des spezifischen Amprenavir-Resistenzprofils ergeben sich darüber hinaus bei mäßig vorbehandelten Patienten je nach Resistenzlage Einsatzmöglichkeiten für Fosamprenavir. Für den Einsatz von Fosamprenavir in Doppel-Proteaseinhibitor-Regimen, die insbesondere bei weit vorbehandelten Patienten noch eine Therapieoption darstellen können, kann keine generelle Empfehlung gegeben werden. Insbesondere die Kombination Fosamprenavir/Lopinavir/Ritonavir birgt das Risiko ungünstiger Interaktionen. Dagegen erscheint die Gabe von Fosamprenavir/Ritonavir mit Saquinavir, sofern der individuellen Resistenzlage nach sinnvoll, sicherer einsetzbar. Auch die Kombination Fosamprenavir/Ritonavir mit Efavirenz stellt eine Behandlungsmöglichkeit dar. Die komplexen Interaktionen von Fosamprenavir mit anderen Proteaseinhibitoren und NNRTIs machen jedoch regelmäßig Medikamentenspiegelmessungen bei entsprechenden Kombinationstherapien erforderlich.

In den USA wurde den entsprechenden Studienergebnissen folgend Fosamprenavir/Ritonavir zur Behandlung therapienaiver Patienten in einmal täglicher Dosierung zugelassen. Die europäische Zulassungsbehörde hat dagegen in einem konservativen Ansatz auch für therapienaive Patienten angesichts der bisherigen Datenlage vorerst nur die zweimal tägliche Dosierung von Fosamprenavir/Ritonavir zugelassen, da diese minimal höhere Talspiegel als die einmal tägliche Dosierung aufweist. Bei vorbehandelten Patienten ist die zweimal tägliche Gabe von geboostertem Fosamprenavir aufgrund der gezeigten deutlichen Unterlegenheit der einmal täglichen Dosierung unbedingt vorzuziehen.

Literatur

1. Wood R, Arasteh K, Pollard R, et al. GW433908, a novel pro-drug of the HIV protease inhibitor amprenavir: safety, efficacy, and pharmacokinetics. 8th Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections, Chicago, USA, 2001:abstr. 333.

2. Wood R, Arasteh K, Stellbrink HJ, et al. A 6-week randomized controlled trial to compare the tolerability, pharmacokinetics and antiviral activity of GW433908 and amprenavir in HIV-1 infected subjects. Antimicrob Agents Chemother 2004;48:116–23.

3. Fachinformation Telzir, GlaxoSmithKline, Stand: Juli 2004.

4. Gathe Jr JC, Ive P, Wood R, et al. SOLO: 48-week efficacy and safety comparison of once-daily fosamprenavir/ritonavir versus twice-daily nelfinavir in naïve HIV-1-infected patients. AIDS 2004;18:1529–37.

5. Gathe J, Wood R, Bellos N, et al. Long-term follow-up on GW433908/ritonavir q. d.: sustained virologic and immunologic response in antiretroviral naïve subjects over 96 weeks. XV. International AIDS Conference, Bangkok, Thailand, 2004: abstr. TuPeB 4507.

6. MacManus S, Yates PJ, Elston RC, et al. GW433908/ritonavir once daily in antiretroviral therapy-naive HIV-infected patients: absence of protease resistance at week 48. AIDS 2004;18:651–5.

7. Ross L, Parkin N, Chappey C, et al. HIV clinical isolates containing mutations representative of those selected after first line failure with unboosted GW433908 remain sensitive to other protease inhibitors. XII International HIV Drug Resistance Workshop, Cabo del Sol, Mexico, 2003: abstr. 19.

8. DeJesus E, LaMarca A, Sension M, et al. The context study: efficacy and safety of GW433908/Ritonavir in PI-experienced subjects with virological failure (24 week results). 10th Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections, Boston, USA, 2003: abstr. 178.

9. Elston RC, Yates P, Tisdale M, et al. GW433908/ritonavir: 48 week results in PI-experienced subjects: A retrospective analysis of virological response based on baseline genotype and phenotype. XV. International AIDS Conference, Bangkok, Thailand, 2004: abstr. MoOrB 1055.

10. Lexiva (fosamprenavir calcium) prescribing information, GlaxoSmithKline, USA, Mai 2004.

11. Rodriguez A, Johnson J, Bartlett JA,et al. Efficacy and safety of switch to GW433908/ritonavir 200 mg q. d. in subjects initiating therapy with amprenavir/ritonavir 200 mg q. d.: ESS40001 (CLASS). XV. International AIDS Conference, Bangkok, Thailand, 2004: abstr. TuPeB4504.

12. Bell C, Hughes A, Asher K, et al. Therapeutic drug monitoring (TDM) in patients taking fosamprenavir & kaletra as dual PI based antiretroviral therapy. XV. International AIDS Conference, Bangkok, Thailand, 2004: abstr. TuPe4618.

13. Boffito M, Dickinson L, Hill A, et al. Steady state pharmacokinetics of saquinavir hard gel/fosamprenavir 1 000/700 plus 100 mg and 200 mg of ritonavir twice daily in HIV+ patients. 11th Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections, San Francisco, USA, 2003: abstr. 608.

14. De Luca A, Baldini F, Cingolani A, et al. Deep salvage with amprenavir and lopinavir/ritonavir: correlation of pharmacokinetics and drug resistance with pharmacodynamics. J Acquir Immune Defic Syndr 2004;35:359–66.

15. Mauss S, Scholten S, Wolf E, et al. A prospective, controlled study assessing the effect of lopinavir on amprenavir concentrations boosted by ritonavir. HIV Med 2004;5:15–7.

16. Goujard C, Vincent I, Meynard JL, et al. Steady-state pharmacokinetics of amprenavir coadministered with ritonavir in human immunodeficiency virus type1-infected patients. Antimicrob Agents Chemother 2003;47:118–23.

17. Fätkenheuer G, Walworth C, Frechette G, et al. GW433908 is associated with a significantly lower incidence of drug-related diarrhoea and less use of antidiarrhoeals compared to nelfinavir in chronic HIV-infected antiretroviral therapy naïve subjects. XV. International AIDS Conference, Bangkok, Thailand, 2004: abstr. WePeB5958.

18. Rodriguez-French A, Boghossian J, Gray EG, et al. The NEAT study: a 48-week open-label study to compare the antiviral efficacy and safety of GW433908 versus nelfinavir in antiretroviral therapy-naive HIV-1-infected patients. J Acquir Immune Defic Syndr 2004;35:22–32.


Esther Voigt, Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Sigmund-Freud-Str. 25, 53105 Bonn, E-Mail: esther.voigt@uni-bonn.de
Prof. Dr. Jürgen Kurt Rockstroh, Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Sigmund-Freud-Str. 25, 53105 Bonn, E-Mail: j.rockstroh@uni-bonn.de

Abb. 1. Hydrolytische Umwandlung von Fosamprenavir (Prodrug) zum aktiven Metaboliten Amprenavir durch Phosphatasen des Darmepithels [nach 1]

Abb. 2. Virologisches Therapieansprechen (Anteil Patienten < 400 Kopien/ml) nach 48 Wochen in der SOLO-Studie bei Behandlung mit Fosamprenavir bzw. Nelfinavir [4]

Tab. 1. Auftreten von Resistenzmutationen bei Patienten mit persistierender Replikation (HIV-RNS > 1 000 Kopien/ml) in der SOLO-Studie [6]

Fosamprenavir/Ritonavir
einmal täglich
(n = 32)

Nelfinavir
zweimal täglich
(n = 54)

p

Protease-Mutationen

0 %

50 %

< 0,001

Reverse-Transcriptase-Mutationen

13 %

57 %

< 0,001

Tab. 2. Einfluss der Kombination von Amprenavir/Ritonavir mit Lopinavir, Saquinavir bzw. Efavirenz auf den jeweiligen Talspiegel (Cmin) der Substanzen

(Fos)Amprenavir/Ritonavir
[mg]

Cmin
Amprenavir

Cmin
PI bzw. NNRTI

Lopinavir [14]

400 mg 2x täglich

600/100

104 % ↓

46 % ↓

Saquinavir [13]

1 000 mg 2x täglich

700/100

Kein Effekt

24 % ↓ bis 3 % ↑

Efavirenz [10]

600 mg 1x täglich

700/100
2x täglich

4–29 % ↓

Keine Angabe

Tab. 3. Unter der Behandlung mit Fosamprenavir häufig beobachtete unerwünschte Arzneimittelwirkungen und damit verbundene Therapieabbrüche

SOLO1

[4]

NEAT2

[18]

CLASS3

[11]

CONTEXT4

[8]

Diarrhö

9 %

5 %

3 %

K. A.

Nausea

7 %

5 %

K. A.

K. A.

Müdigkeit

3 %

2 %

K. A.

K. A.

Exanthem

2 %

7 %

K. A.

K. A.

ALT-Anstieg (Grad 3–4)

8 %

6 %

K. A.

6 %

Nebenwirkungsbedingte Therapieabbrüche

8 %

5 %

0

3 %

1Therapienaive Patienten unter der Gabe von Fosamprenavir/Ritonavir (Woche 48)

2Therapienaive Patienten unter Fosamprenavir-Therapie (Woche 48)

3Patienten nach Umstellung von initialem Amprenavir/Ritonavir auf Fosamprenavir/Ritonavir (Woche 96)

4Vorbehandelte Patienten unter der Gabe von Fosamprenavir/Ritonavir (Woche 24)

K. A. = keine Angabe

Arzneimitteltherapie 2005; 23(02)