Seite 327 -328
Editorial Dr. med. Peter Stiefelhagen, Starnberg

Best of EHA 2021

Seite 329 -336
Übersicht Maria-Luisa Schubert, Michael Schmitt, Marc S. Raab, Carsten Müller-Tidow und Peter Dreger, Heidelberg

CAR-T-Zell-Therapie – Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen

Die Immuntherapie mit CAR-T-Zellen hat sich in der Routineversorgung von Patienten mit ausgewählten hämatologischen Neoplasien etabliert. In naher Zukunft ist mit der Einführung einer Fülle weiterer CAR-T-Zell-Anwendungen in die klinische Routine, auch jenseits der Hämato-Onkologie zu rechnen. Im Folgenden sollen Wirkweise, Anwendungsgebiete, Studienlage und mögliche Nebenwirkungen der CAR-T-Zelltherapie dargestellt werden.
Arzneimitteltherapie 2021;39:329–36.

English abstract

Therapy with chimeric antigen receptor (CAR) T-cells

Chimeric antigen receptor (CAR)-T-cells combine the antigen-binding properties of antibodies with effector functions of T-cells and have demonstrated clinical efficacy in B-cell malignancies including acute lymphoblastic leukemia (ALL), non-Hodgkin’s lymphoma (NHL) or multiple myeloma (MM). Commercially manufactured CAR-T-cells have been established as standard-of-care. Alternative CAR-T-cells targeting different tumor antigens and malignancies are under development expanding the number of diseases that can be targeted by CAR-T-cells and the CAR-T-cell product variety. Hence, in the near future the number of patients with an indication for a CAR-T-cell therapy will increase, further establishing the role of CAR-T-cells within the clinical medical routine and health care system.

Key words: acute lymphoblastic leukemia; CAR-T; chimeric antigen receptor; multiple myeloma; non-Hodgkin’s lymphoma

Seite 337 -345
Übersicht Michael Pfeifer, Christian Hinz und Martin Gehlen, Bad Pyrmont

Therapie der Osteoporose

Entsprechend den derzeit gültigen Leitlinien

Mit Einführung der Bisphosphonate in die Therapie der Osteoporose begann vor etwa 25 Jahren eine neue Ära im Umgang mit dieser Erkrankung. War sie zuvor noch als „Modekrankheit“ oder als unabwendbares Altersschicksal eingestuft worden, wurden nun in immer größeren klinischen Studien entsprechend den Kriterien einer auf Evidenz basierenden Medizin durchgeführt, die eindeutig zeigten, dass es möglich ist, das Risiko für Osteoporose-assoziierte Wirbelkörperfrakturen um 50 bis 70 % zu senken. Auch eine Senkung für andere typische Frakturen, wie beispielsweise Hüft- und Radiusfrakturen konnte nachgewiesen werden. Während zu Beginn mit Alendronsäure und Risedronsäure nur eine täglich einzunehmende Tablette und später eine Wochentablette zur Verfügung stand, gelang im Verlauf der Jahre mit Ibandronsäure die Entwicklung einer Monatstablette und die Möglichkeit einer vierteljährlich zu applizierenden Injektion. Zuletzt war es möglich, die Wirksamkeit einer nur einmal jährlich durchzuführenden Kurzinfusion mit Zoledronsäure nachzuweisen. Parallel hierzu wurden mit Raloxifen und Teriparatid Substanzen zugelassen, die in den Hormonstoffwechsel eingreifen und schließlich mit den monoklonalen Antikörpern Denosumab und Romosozumab eine Therapieschiene eröffnet, die möglicherweise noch gar nicht abgeschlossen ist. Seit 2003 werden kontinuierlich S3-Leitlinien aktualisiert, was schließlich 2020 auch die Einführung eines Disease-Management-Programms Osteoporose begünstigte.

Zu diesem Artikel existiert ein Korrekturhinweis.

Arzneimitteltherapie 2021;39:337–45

English abstract

Therapy of osteoporosis – clinical guidelines

The introduction of bisphosphonates into the therapy of osteoporosis approximately 25 years ago was associated with a new approach to this disease. Now large randomized controlled trials (RCT) according to the criteria of evidence-based medicine were conducted showing a 50 to 70 % risk reduction for vertebral fractures due to osteoporosis. This was also the case for other typical fractures associated with osteoporosis such as hip or radius fractures. At the beginning alendronate and risedronate were available for oral daily and later also for weekly use. With ongoing time ibandronate was developed for monthly oral use or quarterly intravenous injections. Finally, zoledronate was shown to be effective concerning risk reduction for fractures due to osteoporosis as well as to reduce overall mortality. In parallel, raloxifene and teriparatide were approved. Both substances interact with hormone metabolism. The newest developments include human monoclonal antibodies against sclerostin. So far, denosumab and romosozumab represent the newest substances in this field. Since 2003 clinical guidelines have been continuously actualized. Consequently, osteoporosis was included into the disease management programs in 2020.

Key words: osteoporosis, therapy, bisphosphonates, monoclonal antibodies

Seite 348 -350
Arzneimittel in der Diskussion Stefan Fischer, Stuttgart

Cabotegravir/Rilpivirin als Langzeitdepottherapie bei HIV

Seit Dezember 2020 ist in der europäischen Union die erste HIV-Therapie zugelassen, bei der Patienten auf eine tägliche Einnahme von Tabletten verzichten können. Der Integraseinhibitor Cabotegravir und der nichtnukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitor Rilpivirin werden dabei jeden Monat oder alle zwei Monate jeweils als separate Injektion in einen Gesäßmuskel verabreicht.
Arzneimitteltherapie 2021;39:348–50.

English abstract

Cabotegravir/rilpivirine as long-acting formulation for HIV

In December 2020 the first therapy for HIV was authorised within the European Union for which patients have not to take tablets every day. The integrase inhibitor cabotegravir and the non nucleoside reverse transcriptase inhibitor rilpivirine are administered every or every other month as separate gluteale injections.

Key Words: HIV, therapy, cabotegravir, rilpivirine

Seite 351
Arzneimittel in der Diskussion Prof. Dr. med. Christian Hoffmann, Hamburg

Cabotegravir/Rilpivirin als Langzeitdepottherapie bei HIV

Aus Expertensicht

Arzneimitteltherapie 2021;39:351.

Seite 352 -353
Klinische Studie Dr. Matthias Desch, Kogl, Österreich

Achondroplasie

Vosoritid: ein C-Typ-natriuretisches Peptid-Analogon zur Therapie der Achondroplasie

Bei Achondroplasie handelt es sich um einen Gendefekt, der zu dysproportionalem Kleinwuchs führt. Eine Therapie mit Vosoritid beschleunigt das Wachstum bei Kindern von 5 bis unter 18 Jahren. Zudem deuten die Zweijahresdaten laufender Studien auf eine Verbesserung der Körpersegmentproportionen hin. Ob dadurch potenziell später auftretende Skelettkomplikationen vermieden werden können, müssen Langzeitdaten erst belegen.

Seite 354 -370
Referiert & kommentiert Dr. Claudia Bruhn, Berlin

Behandlung des schweren Asthma bronchiale

Astegolimab: Vorteil bei niedriger Eosinophilenzahl?

Astegolimab ist ein neuer Wirkstoffkandidat für die Behandlung des schweren Asthma bronchiale. Kürzlich wurden die Ergebnisse einer Phase-IIb-Studie veröffentlicht. Eine Subgruppenanalyse ergab, dass Patienten mit niedrigen Blutkonzentrationen an eosinophilen Granulozyten (Eosinophilen) stärker profitierten als Patienten mit höheren.

Seite 354 -370
Referiert & kommentiert Madiha Malik, Kiel

Asthma bronchiale

Tezepelumab zur Behandlung von schwerem und unkontrollierbarem Asthma bronchiale

Ist der Einsatz von Tezepelumab bei Patienten mit schwerem und unkontrollierbarem Asthma geeignet, um eine Reduktion der Exazerbationen zu ermöglichen? Wie effektiv und sicher ist eine Therapie mit Tezepelumab?

Seite 354 -370
Referiert & kommentiert Saskia Fechte, Stuttgart

Kastrationsresistentes Prostatakarzinom mit Metastasen

Ipatasertib nur vorteilhaft bei PTEN-Verlust

Die Erstlinienbehandlung eines metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) setzt üblicherweise auf eine Hormontherapie mit dem Androgenrezeptor-Antagonisten Abirateron plus Immunsuppression mit Prednisolon. Für eine zusätzliche Kombination mit dem AKT(Proteinkinase B)-Inhibitor Ipatasertib ergab sich in der IPATential150-Studie ein geringfügiger Vorteil bei gestörter PTEN(Phosphatase and Tensin homolog)-Funktion.

Seite 354 -370
Referiert & kommentiert Dr. Stefan Fischer, Stuttgart

Thrombosen bei Tumorpatienten

Behandlung asymptomatischer venöser Thromboembolien

Die Prognose und optimale Behandlung zufällig entdeckter venöser Thromboembolien bei Tumorpatienten ist Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen. Wie sich die Art der Diagnose auf die Prognose der Patienten auswirkt, untersuchten nun Autoren einer Metaanalyse.

Seite 354 -370
Referiert & kommentiert Dr. Maja M. Christ, Stuttgart

Hormonrezeptorpositives Mammakarzinom

Verlängerung der Hormontherapie mit Aromatasehemmern ohne Nutzen?

Wie lange postmenopausale Frauen mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs eine adjuvante Aromatasehemmer-Therapie erhalten sollen, ist immer noch Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. In einer aktuellen prospektiven Studie wurde eine endokrine Therapie über sieben Jahre mit einer über zehn Jahre andauernden Einnahme verglichen.

Seite 354 -370
Referiert & kommentiert Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen

Zervixkarzinom

Adjuvante Chemotherapie verlängert Überleben nicht

Eine adjuvante Chemotherapie nach Platin-basierter Radiochemotherapie bei Frauen mit lokal fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs verbesserte weder das Gesamtüberleben noch das progressionsfreie Überleben, so das Ergebnis der randomisierten Phase-III-Studie OUTBACK, die in der Plenarsitzung bei der virtuellen Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) am 6. Juni 2021 vorgestellt wurde.

Seite 354 -370
Referiert & kommentiert Dr. Maja M. Christ, Stuttgart

Tripelnegatives Mammakarzinom

Checkpoint-Inhibitoren bieten neue Chancen für die Therapie

In der Therapie des fortgeschrittenen PD-L1-positiven tripelnegativen Mammakarzinoms (TNBC) ist Atezolizumab bereits seit einigen Jahren als Standard etabliert. Auch Patientinnen mit frühem TNBC (eTNBC) können von dem Checkpoint-Inhibitor profitieren. Auf der Jahrestagung 2021 der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) stellten Experten in einem von der Firma Roche veranstalteten Symposium aktuelle Daten vor.

Seite 354 -370
Referiert & kommentiert Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen

Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre

Immunbehandlung neuer Standard in der Erstlinientherapie

Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie oder in Kombination mit Ipilimumab verlängerte bei unbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre das Gesamtüberleben im Vergleich zur Standard-Chemotherapie signifikant von 10,7 auf 13,2 Monate (Nivolumab + Chemotherapie) bzw. 12,8 Monate (Nivolumab + Ipilimumab). Die Immuntherapie wirkte besonders gut bei Patienten mit positivem PD-L1-Nachweis. Es wurden keine neuen, bislang nicht bekannten Nebenwirkungen gesehen. Diese Ergebnisse der Phase-III-Studie CheckMate-648 wurden beim virtuellen Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) im Juni vorgestellt.

Seite 354 -370
Referiert & kommentiert Dr. Annette Junker, Wermelskirchen

Rückfällige oder metastasierte Nasopharynx-Karzinome

Mit Toripalimab länger leben

Eine Gemcitabin/Cisplatin-(GP-)Chemotherapie ist zurzeit der Erstlinienstandard für die Therapie von lokal fortgeschrittenen, rückfälligen oder metastasierten Nasopharynx-Karzinomen (r/m NPC). Wenn aber dieser Chemotherapie-Kombination noch der PD-1-Inhibitor Toripalimab hinzugefügt wird, führt das zu einem signifikant längeren progressionsfreien Überleben (PFS). Das konnte in der JUPITER-02-Studie gezeigt werden, die in der Plenarsitzung des amerikanischen Krebskongresses ASCO vorgestellt wurde.

Seite 354 -370
Referiert & kommentiert Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen

Vorbehandeltes NSCLC

Sotorasib wirkt auch bei nichtkleinzelligem Lungenkrebs mit KRAS-G12C-Mutation

Der irreversible KRAS-G12C-Inhibitor Sotorasib führte bei Patienten mit vorbehandeltem KRAS-G12C-mutiertem nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) zu einem anhaltenden klinischen Nutzen. Dies ergab die einarmige Phase-II-Studie CodeBreak 100, deren aktualisierte Ergebnisse bei der virtuellen Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) am 4. Juni 2021 vorgestellt und parallel online im New England Journal of Medicine publiziert wurden.

Seite 354 -370
Referiert & kommentiert Dr. Annette Junker, Wermelskirchen

Malignes Melanom

Den Krebs in die Zange nehmen mit zwei Immuntherapien an zwei verschiedenen Checkpoints

Durch Immuntherapien hat sich in den letzten Jahren die Perspektive für Patienten mit fortgeschrittenem malignem Melanom grundlegend geändert. Offensichtlich ist es auch nützlich, zwei Immuntherapeutika, die an verschiedenen Stellen wirken, miteinander zu kombinieren. Das zeigte sich in der Studie RELATIVITY-047, die während des amerikanischen Krebskongresses vorgestellt wurde.

Seite 371 -372
Notizen Solvejg Langer, Stuttgart

G-BA-Beschluss

Baloxavir marboxil bei Influenza oder zur Postexpositionsprophylaxe

Seite 373 -375
Pressekonferenz Dr. Maja M. Christ, Stuttgart

Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD)

Satralizumab als erste subkutane Therapieoption zugelassen

Unter Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen werden mehrere seltene, nicht heilbare Autoimmunerkrankungen zusammengefasst, die vor allem Sehnerven und Rückenmark schädigen. Seit Kurzem steht der Interleukin-6-Inhibitor Satralizumab zur Therapie zur Verfügung. Die Studiendaten wurden im Juli 2021 auf einem virtuellen Symposium der Firma Roche vorgestellt.

Seite 373 -375
Pressekonferenz Saskia Fechte, Stuttgart

Leitliniengerechte Krebstherapie

Supportiv-Therapie nicht vernachlässigen

In der Behandlung von Tumorpatienten steht die antineoplastische Therapie im Vordergrund. Für die Patienten ist außerdem die Lebensqualität ein sehr wichtiger Aspekt. Beeinträchtigende Beschwerden, ob tumor- oder therapieassoziiert, können mittels einer guten Supportiv-Therapie deutlich gemindert werden. Was sie leisten kann und worauf es dabei ankommt, erläuterten verschiedene Experten im Rahmen eines interdisziplinären Onkologie-Talks von RIEMSER.

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