Gastroösophageale Refluxkrankheit bei Kindern und Jugendlichen


Therapeutische Möglichkeiten

Susanne Liptay und Stefan Burdach, München

Spucken als Zeichen eines gastroösophagealen Refluxes ist ein häufiger, physiologischer Prozess bei Säuglingen im 1. Lebensjahr. Nur ein kleiner Prozentsatz der Kinder mit gastroösophagealem Reflux (GÖR) entwickelt eine gastroösophageale Refluxkrankheit (GÖRK) mit möglichen Komplikationen. Da es Hinweise gibt, dass eine GÖRK im Säuglingsalter einen Risikofaktor für eine GÖRK im Erwachsenenalter darstellt, ist es einerseits wünschenswert, diese Kinder zu identifizieren und zu behandeln, ohne andererseits der großen Mehrzahl der spuckenden Säuglinge eine unnötige Diagnostik und Therapie zuzumuten. Die Identifizierung dieser Kinder ist jedoch bislang nicht sicher möglich, da es keine gute Korrelation zwischen klinischen Symptomen, 24-Stunden-pH-Metrie und endoskopisch-bioptisch gesicherter Refluxösophagitis gibt.
Bei einem spuckenden, gut gedeihenden Säugling ohne weitere Symptome ist ein abwartendes Verhalten gerechtfertigt. Eine ausführliche Beratung über den meist selbstlimitierenden Verlauf des GÖR im ersten Lebensjahr kann eine vielfach unnötige Diagnostik und Therapie vermeiden. Nur wenige therapeutische Interventionen haben einen gesicherten Stellenwert. Bei ausbleibender Besserung ist ein Versuch mit einer kuhmilcheiweißfreien Ernährung gerechtfertigt. Das Andicken der Nahrung mit Johannisbrotmehl, Reisstärke oder die Gabe von speziellen Anti-Reflux-Formulanahrungen sollte nur in Ausnahmefällen unter ärztlicher Überwachung erfolgen.Eine GÖRK erfordert eine medikamentöse Behandlung. Protonenpumpenhemmer sind Mittel der ersten Wahl. Die MUPS-Zubereitung von Omeprazol ist in Deutschland das einzige Medikament mit Zulassung zur Therapie der GÖRK bei Kindern über einem Jahr. Für Kinder unter einem Jahr gibt es kein zugelassenes Medikament. Bei Unverträglichkeit von Protonenpumpenhemmern stehen H2-Rezeptorantagonisten als Alternative zur Verfügung. Ihre Wirksamkeit wurde bei Kindern nachgewiesen, eine Zulassung für Kinder besteht jedoch für kein Präparat dieser Substanzklasse. Metoclopramid ist für Kinder über zwei Jahre zugelassen, eine Reduktion von GÖR bei Kindern konnte nachgewiesen werden. In Anbetracht der hohen Nebenwirkungsrate muss die Indikation zur Therapie jedoch sehr sorgfältig gestellt werden. Domperidon ist für Kinder ab 12 Jahren zugelassen, eine Wirksamkeit gegen Erbrechen konnte nur bei einer kurzfristigen Anwendung gezeigt werden.
Arzneimitteltherapie 2007;25:132–9.

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