Enfuvirtid bei mehrfach vorbehandelten HIV-Patienten


Konsensus-Empfehlung einer deutschen Expertengruppe

Bernd Salzberger, Regensburg, Martin Däumer, Köln, Peter Gute, Frankfurt, Hans Jäger, München, Heribert Knechten, Aachen, Jan van Lunzen, Hamburg, Stefan Mauss, Düsseldorf, Christoph Mayr, Arend Moll, Berlin, Andreas Plettenberg, Hamburg, Jürgen Rockstroh, Bonn, Schlomo Staszewski, Frankfurt, Hans Jürgen Stellbrink, Hamburg, Matthias Stoll, Hannover, Martin Stuermer, Frankfurt

Hintergrund: Die EU-Zulassung von Enfuvirtid (Fuzeon®) wurde im Mai 2003 auf Basis der 48-Wochen-Daten der TORO-1- und TORO-2-Studien erteilt. Die Zulassung sieht die Anwendung von Enfuvirtid für vorbehandelte HIV-Patienten mit Dreiklassen-Erfahrung vor, die ein Therapieversagen gezeigt oder die die vorangegangenen antiretroviralen Behandlungsregime nicht vertragen haben.
Aktuelle Studien mit den neuen Proteaseinhibitoren Tipranavir und Darunavir (RESIST- und POWER-Studien) zeigen, dass eine hohe Rate von mehrfach vorbehandelten HIV-Patienten mit Enfuvirtid plus einem dieser neuen geboosterten Proteaseinhibitoren (PI/r) und einem optimierten Hintergrundregime eine Viruslast-Senkung unter die Nachweisgrenze erreicht [1].
Die internationale AIDS-Society (IAS-USA Panel) hat ihre Therapieleitlinien vor dem Hintergrund dieser neuen Datenlage aktualisiert und empfiehlt für mehrfach vorbehandelte HIV-Patienten den Einsatz eines antiretroviralen Therapieregimes, das mindestens zwei aktive Substanzen enthält, davon eine mit einem neuen Wirkungsmechanismus. Als neues Therapieziel gilt auch für mehrfach vorbehandelte Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung: Reduktion der Viruslast unter die Nachweisgrenze von 50 Kopien/ml. Die IAS stellt fest, dass die Wahrscheinlichkeit für das Erreichen dieses Therapieziels höher ist, wenn Enfuvirtid eine der beiden aktiven Substanzen ist [2].
Zielsetzung: Zielsetzung des Treffens eines deutschen Expertengremiums war, die aktuelle Datenlage zu diskutieren und in aktualisierte deutsche Konsensus-Empfehlungen für die Anwendung von Enfuvirtid bei Therapieumstellungen mehrfach vorbehandelter HIV-Patienten umzusetzen.
Methoden: Die Konsensus-Empfehlungen basieren auf publizierten Daten aus kontrollierten randomisierten klinischen Studien sowie auf den Expertenmeinungen der Diskutanten.
Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Die Konsensus-Empfehlungen wurden entwickelt, um praxisrelevante standardisierte Empfehlungen zur Auswahl geeigneter Patienten für eine Enfuvirtid-Therapie und das Management dieser Patienten zu geben. Dabei sind Aspekte wie prädiktive prognostische Faktoren, Krankheitsstadium, Auswahl des optimierten Hintergrundregimes, frühe Indikatoren eines Ansprechens auf Enfuvirtid sowie therapiebegleitende Schulungsmaßnahmen berücksichtigt. Der Einsatz von neuen Proteaseinhibitoren oder anderen noch verbleibenden aktiven Substanzen sollte bei stark vorbehandelten Patienten in Kombination mit Enfuvirtid erfolgen, um mindestens zwei aktive Substanzen in einem solchen Salvage-Regime zu ermöglichen.
Arzneimitteltherapie 2007;25:454–62.

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