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EditorialDr. Maja M. Christ, Stuttgart

Parkinsonforschung in Bewegung

Kongress der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen

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ÜbersichtPatrick Pelz und Christoph Martin, Frankfurt am Main

Anwendung von Propofol in der Medizin

Propofol ist das wohl bekannteste Induktionsnarkotikum. Es ist eine sichere und vielseitig einsetzbare Substanz mit einem breiten Wirkungsspektrum und vielen Anwendungsgebieten. Zur Narkoseinduktion ist es das am häufigsten verwendete Hypnotikum. Es wird jedoch nicht nur zur Narkoseinduktion, sondern auch zur Kurz- und Langzeitsedierung sowie in vielen Notfallsituationen genutzt. Bei Beachtung der wenigen Kontraindikationen ist die Anwendung bei einem sehr breiten Patientenspektrum möglich. Limitierende Nebenwirkungen sind vor allem die starke kreislaufdepressive Wirkung. Eine Soja-, Ei- oder Erdnussallergie stellt wegen der hoch gereinigten Bestandteile (keine anaphylaktische Potenz) in der Propofol-Emulsion grundsätzlich keine Kontraindikation dar. Als klinisch relevant verbleibt das Propofol-Infusionssyndrom (PRIS), eine seltene, jedoch weiterhin nicht kausal therapierbare und oftmals letale Komplikation.
Arzneimitteltherapie 2022;40:139–43.

FlaggeEnglish abstract

Implementation of propofol in the medical field

Propofol is probably the most known anaesthetic drug. It is a safe and versatile usable substance and the most used anaesthetic substance for induction of general anaesthesia. Furthermore, it is used for long- and short-term sedation and in several emergency situations. In consideration of the few contraindications, the use in a wide spectrum of patients is possible and safe. A limiting factor is circulatory depression and the resulting hypotension. Allergies towards soy, egg or peanuts are not a contraindication, as the propofol emulsion does not contain any anaphylactic acting agents. The propofol infusion syndrome remains a very rare but, when occurring, often fatal complication.

Key words: anaesthesia, general anaesthesia, propofol, propofol infusion syndrome

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Arzneimittel in der DiskussionMaximilian Günther, München

Monoklonale Antikörper gegen das Spike-Protein des SARS-CoV-2-Virus

Casirivimab/Imdevimab, Regdanvimab, Sotrovimab und Tixagevimab/Cilgavimab

Zwischen Ende 2021 und März 2022 wurden in der Europäischen Union vier Arzneimittel mit monoklonalen Antikörpern zur Behandlung einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus zugelassen. Casirivimab/Imdevimab, Regdanvimab und Sotrovimab sowie Tixagevimab/Cilgavimab sind gegen das Spike-Protein des Virus gerichtet und werden Patienten mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf prophylaktisch vor einer Infektion beziehungsweise nach Kontakt zu einem infektiösen Patienten verabreicht.
Arzneimitteltherapie 2022;40:146–50.

FlaggeEnglish abstract

Monoclonal antibodies against the spike protein of SARS-CoV-2

The monoclonal antibodies casirivimab/imdevimab, regdanvimab, sotrovimab and tixagevimab/cilgavimab are approved in the European Union for the treatment of SARS-CoV-2 infection. They target the spike protein of SARS-CoV-2 and are administered prophylactically after infection in patients at increased risk of severe disease progression. Their approvals are based on randomized controlled trials, in which the drugs could lower the risk for the primary endpoint hospitalization and death. The relative risk reductions were as follows: casirivimab/imdevimab 72,5 % (p < 0,0001); regdanvimab 72,1 % (p < 0,0001); sotrovimab 79,0 % (p < 0,0001).

Key words: SARS-CoV-2, spike protein, monoclonal antibody, casirivimab/imdevimab, regdanvimab, sotrovimab, tixagevimab/cilgavimab

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Arzneimittel in der DiskussionAndrea Steinbicker, Frankfurt am Main

Monoklonale Antikörper gegen das Spike-Protein des SARS-CoV-2-Virus

Aus Expertensicht

Im Dezember 2019 erschien ein neuartiges Corona-Virus (SARS-Corona-Virus 2/Corona-Virus 2019/COVID-19; SARS: Severe Acute Respiratory Syndrome), das sich rasch weltweit ausbreitete. Seit der Ausbreitung in Deutschland im Februar 2020 sind verschiedene therapeutische Strategien erforscht worden.
Arzneimitteltherapie 2022;40:151–2.

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Klinische StudieDr. Claudia Bruhn, Berlin

Komorbidität bei Diabetes mellitus Typ 2

Finerenon kann Herz und Nieren schützen

Seit Februar 2022 ist in der EU der selektive Mineralocorticoidrezeptor-Antagonist Finerenon zugelassen. Er kann bei Erwachsenen zur Behandlung von chronischen Nierenerkrankungen im Stadium 3 und 4 mit Albuminurie in Verbindung mit Typ-2-Diabetes eingesetzt werden. In zwei Phase-III-Studien verringerte Finerenon signifikant stärker als Placebo renale und kardiovaskuläre Ereignisse.

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Referiert & kommentiertDr. Larissa Tetsch. Maisach

RSV-assoziierte Erkrankungen der unteren Atemwege

Eine Dosis Nirsevimab schützt vor RSV-Erkrankung

Das Humane Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist eine der Hauptursachen für Erkrankungen der unteren Atemwege und Krankenhauseinweisungen bei Kleinkindern. Monoklonale Antikörper gegen das RSV-Fusionsprotein können den Eintritt des Virus in die Wirtszellen verhindern. Für Nirsevimab war die Wirksamkeit bereits bei frühgeborenen Säuglingen gezeigt worden. Nun wurde sie auch für reif geborene Säuglinge bestätigt.

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Referiert & kommentiertProf. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Schlafstörungen

Wirksamkeit und Sicherheit von Daridorexant

Mit einem Kommentar des Autors
Den Ergebnissen aus zwei multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Phase-III-Studien zufolge verbesserten Daridorexant 25 mg und 50 mg bei Menschen mit Schlafstörungen die Schlafqualität und in der Dosierung 50 mg auch die Tagesform am folgenden Tag, bei einem günstigen Sicherheitsprofil.

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Referiert & kommentiertDr. Sabine Fischer, Stuttgart

Diabetes mellitus Typ 2

Vergleich der Wirkungen von SGLT-2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten auf kardiovaskuläre und …

Welche Natrium-Glucose-Cotransporter-2-Inhibitoren (SGLT-2-Inhibitoren) und Glukagon-like-Peptide-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) sind am wirksamsten zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und renalen Ereignissen bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2? Dieser Frage gingen die Studienautoren in der vorliegenden Netzwerk-Metaanalyse nach.

Seite 156 - 163
Referiert & kommentiertProf. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Multiple Sklerose

Krankheitsaktivität und Behinderung nach Absetzen von Natalizumab in der Schwangerschaft

Mit einem Kommentar des Autors
Die Ergebnisse einer Kohortenstudie in Deutschland deuten darauf hin, dass 10 % der Frauen mit Multipler Sklerose (MS) möglicherweise eine klinisch bedeutsame Behinderung durch MS-Schübe in der Schwangerschaft nach Absetzen von Natalizumab haben. Diese Information sollte Frauen, die mit Natalizumab behandelt werden und eine Schwangerschaft wünschen, mitgeteilt werden.

Seite 156 - 163
Referiert & kommentiertDr. Maja M. Christ, Stuttgart

Kardiovaskuläre Erkrankungen

Häufigkeit der Statin-Intoleranz überschätzt

HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statine) gehören zu den am häufigsten eingesetzten Arzneimitteln und sind aus der Primär- und Sekundärprävention vaskulärer Erkrankungen nicht wegzudenken. Die Zahlen für die Häufigkeit einer Statin-Intoleranz gehen weit auseinander. Einer aktuellen Metaanalyse zufolge liegt die globale Prävalenz bei etwa 9 %, je nach zugrundeliegender Definition noch niedriger.

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PressekonferenzDr. Miriam Sonnet, Rheinstetten

Metastasiertes hormonsensitives Prostatakarzinom

Apalutamid: Neue Daten zu Lebensqualität, PSA-Abfall und Docetaxel-Vorbehandlung

In der TITAN-Studie wird Apalutamid plus Androgendeprivationstherapie (ADT) mit Placebo plus ADT bei Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom verglichen. Aktuell liegen die Ergebnisse mehrerer Post-hoc-Analysen vor, die zeigen, dass es unter Apalutamid/ADT zu einem frühen und starken PSA-Ansprechen kommt, das sich positiv auf Lebensqualität, Schmerz und Fatigue auswirkt. Außerdem scheint die Wirksamkeit von Apalutamid unabhängig von einer vorangegangenen Docetaxel-Behandlung zu sein.

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PressekonferenzSonja Zikeli, Stuttgart

Urothelkarzinom

Intravesikale Applikation von Gemcitabin

Auf einem digitalen Pipeline-Presseworkshop stellte Eva Hellmis, Duisburg, unter anderem die intravesikale Applikation von Gemcitabin als innovative, neue Behandlungsoption für Patienten mit Urothelkarzinom vor.