Seite 227 -228
Editorial Dr. med. Peter Stiefelhagen, Starnberg

COVID-19 und Herz

Mehr Lücken als Wissen

Seite 229 -237
Übersicht David Hesselbarth, Thomas Nührenberg, Willibald Hochholzer, Diona Gjermeni, Daniel Dürschmied und Christoph B. Olivier, Freiburg

Antithrombotika nach Interventionen struktureller Herzerkrankungen

Interventionelle kardiologische Verfahren zur Behandlung struktureller Herzerkrankungen finden in der klinischen Routine zunehmend Anwendung. Die Evidenz zur antithrombotischen Therapie nach diesen Interventionen ist jedoch aufgrund fehlender randomisierter Studien limitiert. Der folgende Artikel gibt eine Übersicht der aktuellen Studienlage zur antithrombotischen Therapie nach transfemoralem Aortenklappenersatz (TAVI), AV-Klappen-Interventionen, Verschluss eines Atriumseptumdefekts (ASD) oder persistierenden Foramen ovale (PFO) sowie dem Verschluss des linken Vorhofohrs. Des Weiteren werden Empfehlungen zur antithrombotischen Therapie eines aktuellen Konsensuspapiers der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zusammengefasst.
Arzneimitteltherapie 2021;39:229–37.

English abstract

Structural heart diseases – antithrombotic drugs after interventions

Structural cardiac interventions are part of clinical routine. In absence of randomized controlled trials, the evidence to guide antithrombotic therapy after these interventions is limited. This paper aims to provide an overview of the current evidence for antithrombotic therapy after transfemoral aortic valve implantation, transcatheter atrioventricular valve repair, occlusion of patent foramen ovale or atrial septal defect, or occlusion of the left atrial appendage. This paper summarizes recommendations from a recent consensus statement of the German Cardiac Society.

Key words: direct oral anticoagulation; oral anticoagulation, heart disease; antithrombotic therapy

Seite 241 -247
Übersicht Stephan Miehlke, Hamburg

Eosinophile Ösophagitis

Die eosinophile Ösophagitis (EoE) ist eine chronische, immunvermittelte Erkrankung, die durch Symptome der ösophagealen Dysfunktion und eine eosinophilen-prädominante Inflammation des Ösophagus charakterisiert ist. Die EoE gilt heute als die zweithäufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des Ösophagus und als eine der häufigsten Ursachen für Dysphagie und ösophageale Bolusobstruktionen. Für die Therapie der EoE werden topische Glucocorticoide, Protonenpumpeninhibitoren oder Eliminationsdiäten empfohlen. Die orodispersible Budesonid-Tablette ist bisher die einzige zugelassene Therapie der EoE bei Erwachsenen. Weitere EoE-spezifische topische Glucocorticoide und neue Biologika befinden sich gegenwärtig in klinischer Prüfung.
Arzneimitteltherapie 2021;39:241–7.

English abstract

Eosinophilic esophagitis

Eosinophilic esophagitis (EoE) is a chronic, immune-mediated disease that is characterized by symptoms of esophageal dysfunction and eosinophil-predominant inflammation of the esophagus. EoE is the second most frequent chronic inflammatory disease of the esophagus and one of the most common causes of dysphagia and esophageal bolus obstruction. For the therapy, topical glucocorticoids, proton pump inhibitors or elimination diets are recommended. The orodispersible budesonide tablet is currently the only approved therapy for EoE in adults. Additional, EoE-specific topical glucocorticoids and biologics are subject of clinical trials.

Key words: budesonide orodispersible tablet, eosinophilic esophagitis, topical corticosteroids

Seite 248 -249
Klinische Studie Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Die STEP-4-Studie

Bleibt eine Gewichtsreduktion durch Semaglutid nach dem Absetzen erhalten?

Mit einem Kommentar des Autors
Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas, die an einer 20-wöchigen Einführungsphase mit subkutanem Semaglutid teilgenommen hatten, wurden zu einer weiteren Behandlung mit Semaglutid oder Placebo randomisiert. Über die folgenden 48 Wochen kam es unter Semaglutid zu einer anhaltenden Gewichtsabnahme. Unter Placebo stieg das Gewicht dagegen wieder.

Seite 251 -263
Referiert & kommentiert Dr. Larissa Tetsch, Maisach

Tripel-negatives Mammakarzinom

Sacituzumab-Govitecan verlängert das progressionsfreie Überleben im metastasierten Krankheitsstadium

Zur Behandlung des metastasierenden tripel-negativen Mammakarzinoms im fortgeschrittenen Stadium gilt die Mono-Chemotherapie als Standard, allerdings mit allgemein schlechter Prognose. In einer multinationalen Phase-III-Studie war das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Sacituzumab-Govitecan der Standardtherapie hinsichtlich der Verlängerung des progressionsfreien sowie des Gesamtüberlebens der Probandinnen signifikant überlegen.

Seite 251 -263
Referiert & kommentiert Maximilian Günther, Bonn

Non-Hodgkin-Lymphom

Copanlisib in Kombination mit Rituximab zur Behandlung des indolenten Non-Hodgkin-Lymphoms

Mit einem Kommentar von Prof. Dr med. Clemens Unger, Freiburg
Patienten mit einem indolenten Non-Hodgkin-Lymphom leiden unter Rezidiven und progressiver Resistenz der Erkrankung gegen die verschiedenen Therapien. In der vorliegenden randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Phase-III-Studie untersuchte man die Wirksamkeit der Kombination von Copanlisib und Rituximab bei Patienten mit Rezidiv eines indolenten Non-Hodgkin-Lymphoms.

Seite 251 -263
Referiert & kommentiert Dr. Matthias Desch, Kogl, Österreich

Metastasiertes Prostatakarzinom

Überlebensvorteil unter Apalutamid bei Patienten mit metastasiertem, kastrationssensitivem Prostatakarzinom

Der frühe Einsatz von Apalutamid zusätzlich zur Androgendeprivationstherapie (ADT) verlängert das Überleben von Patienten mit metastasiertem, kastrationssensitivem Prostatakarzinom im Vergleich zur alleinigen ADT. Dieser Vorteil blieb auch nach einer Entblindung und dem Wechsel von Placebo zu Verum bestehen, wie eine erneute Auswertung der TITAN-Studie zeigte.

Seite 251 -263
Referiert & kommentiert Dr. med. Marianne Schoppmeyer, Nordhorn

HIV-1-Infektion

Antiretrovirale Therapie während der Schwangerschaft

Ziel der antiretroviralen Therapie (ART) während der Schwangerschaft ist es, die Mutter-Kind-Übertragung von HIV 1 (humanes Immundefizienz-Virus 1) zu verhindern, unerwünschte Medikamentenwirkungen auf die Schwangere und das Kind zu begrenzen und das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen. Bislang liegen nur wenige Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit der verschiedenen antiretroviralen Regime während einer Schwangerschaft vor. In der vorliegenden Studie wurden drei verschiedene Therapieregime geprüft. Dabei erwiesen sich die Dolutegravir-haltigen Therapien in Bezug auf Sicherheit und Wirksamkeit als überlegen.

Seite 251 -263
Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph-Diener, Essen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Welche ASS-Dosierung zur Sekundärprävention?

In einer pragmatisch durchgeführten Studie bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen gab es keine Unterschiede für kardiovaskuläre Ereignisse oder schwerwiegende Blutungen unter den Behandlungen mit 81 mg und 325 mg Acetylsalicylsäure.

Seite 251 -263
Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Schlaganfallprävention

Was bringt die zusätzliche Therapie mit Acetylsalicylsäure bei Vorhofflimmern oder einer tiefen Beinvenenthrombose?

Mit einem Kommentar des Autors
Die Auswertung eines Registers mit 3280 Patienten in den USA zeigt, dass etwa ein Drittel aller Patienten mit Vorhofflimmern oder tiefen Beinvenenthrombosen, die mit einem DOAK behandelt werden, zusätzlich Acetylsalicylsäure erhalten, obwohl es dafür keine klare Indikation gibt. Die Zugabe von Acetylsalicylsäure reduziert nicht das Risiko thromboembolischer Ereignisse, sondern führt zu vermehrten Blutungskomplikationen und Krankenhausaufnahmen.

Seite 251 -263
Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Hämodialyse-Patienten mit Vorhofflimmern

Die Valkyrie-Studie: Sicherheit und Wirksamkeit von Vitamin-K-Antagonisten versus Rivaroxaban

Mit einem Kommentar des Autors
In einer kleinen randomisierten Studie mit 132 Hämodialyse-Patienten mit Vorhofflimmern wurde gezeigt, dass eine reduzierte Dosis von Rivaroxaban im Vergleich zu Vitamin-K-Antagonisten signifikant tödliche und nichttödliche kardiovaskuläre Ereignisse sowie schwere Blutungskomplikationen senkt.

Seite 251 -263
Referiert & kommentiert Dr. Maja M. Christ, Stuttgart

Venöse Thromboembolien (VTE)

Wie lange und womit antikoagulieren?

Vom 7. bis 9. April 2021 fand die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie statt. In einem von den Firmen Bristol-Myers Squibb und Pfizer veranstalteten Symposium stellten Experten langfristige und individuelle Therapieoptionen zur VTE-Prophylaxe vor.

Seite 265
Notizen Solvejg Langer, Stuttgart

G-BA-Beschluss

Dapagliflozin bei chronischer Herzinsuffizienz

Seite 266 -269
Seite 270 -271
Pressekonferenz Dr. Stefan Fischer, Stuttgart

Akute myeloische Leukämie

Kombinationstherapie mit Venetoclax ist neuer Therapiestandard bei unfitten Patienten

Auf einer Pressekonferenz im Juni erläuterten mehrere Experten die Daten, die zur Zulassung von Venetoclax bei akuter myeloischer Leukämie geführt hatten. Die Kombination von Venetoclax mit hypomethylierenden Substanzen ist hoch wirksam, kann aber auch zu unerwünschten Wirkungen führen, die der Arzt bei der Therapieplanung beachten muss. Die Firma AbbVie hatte die Veranstaltung organisiert.