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Editorial Dr. Stefan Fischer, Stuttgart

Aufstieg der neuen Antidiabetika-Generation

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Übersicht Angelika Alonso, Mannheim, und Hans-Christoph Diener, Essen

Medikamentöse Therapie bei akuten Hirnblutungen unter Antikoagulation

Intrazerebrale Blutungen unter Antikoagulation machen etwa 25 % aller intrazerebralen Blutungen aus. Sie sind mit einer signifikant schlechteren Prognose vergesellschaftet. Hierzu trägt insbesondere das unter Antikoagulation deutlich erhöhte Risiko einer Nachblutung bei. Einer unverzüglichen Antagonisierung der antikoagulatorischen Effekte kommt daher in der Therapie der intrazerebralen Blutung eine zentrale Rolle zu. Während für die direkten oralen Antikoagulanzien mit Idarucizumab und Andexanet alfa seit wenigen Jahren spezifische Antagonisten von Dabigatran bzw. der direkten Faktor-Xa-Antagonisten zur Verfügung stehen, werden intrazerebrale Blutungen unter Vitamin-K-Antagonisten oder Heparinen vorwiegend mit unspezifischen Antihämorrhagika wie Prothrombinkomplex-Präparaten, rekombinantem Faktor VIIa oder Frischplasma behandelt. Die Evidenz für die Effektivität von Idarucizumab leitet sich hierbei aus einer großen Studie und Erfahrungen aus der klinischen Praxis ab. Für Andexanet alfa gibt es bisher nur eine große Single-Arm-Studie. Die Datenlage zur optimalen Antagonisierung Vitamin-K-assoziierter Blutungen, insbesondere aber zu Heparin-assoziierten Blutungen, ist deutlich schwächer.
Arzneimitteltherapie 2021;39:144–58.

English abstract

Therapy for acute cerebral haemorrhages under anticoagulation

Intracerebral hemorrhage due to anticoagulation account for about 25 % of spontaneous intracerebral hemorrhage and is associated with a significantly higher risk for unfavourable outcome. Main contributor to the poor prognosis is the high risk of hematoma expansion in patients under treatment with anticoagulation. Consequently, an immediate reversal of anticoagulation plays a central role in the treatment of anticoagulation-associated intracerebral hemorrhage. While idarucizumab and andexanet alfa have recently been approved as specific antidots for dabigatran and direct factor Xa antagonists, respectively, reversal of vitamin K- and heparin-associated intracerebral hemorrhage is based on unspecific reversal agents such as prothrombin complex concentrate, recombinant factor VIIa or fresh frozen plasma. Evidence for the efficacy of idarucizumab comes from a large study and real-world data, whereas efficacy data for andexanet alfa are based on a large single arm study. Evidence for an optimal reversal of vitamin K-associated intracerebral hemorrhage, but even more of heparin-associated intracerebral hemorrhage, is rather weak.

Key words: acute cerebral haemorrhages; anticoagulation; DOAK

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Klinische Studie Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

STEP-1-Studie

Semaglutid zur Therapie der Adipositas

Mit einem Kommentar des Autors
In einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie mit 1961 erwachsenen Personen mit Übergewicht oder Adipositas führte die wöchentliche subkutane Gabe von 2,4 mg Semaglutid in Kombination mit Änderung des Lebensstils zu einer 15%igen Reduktion des Körpergewichts nach 68 Wochen.

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Referiert & kommentiert Dr. Matthias Desch, Kogl, Österreich

Herzinsuffizienz

Wirkungen von Empagliflozin bei Patienten mit Herzinsuffizienz

Rezente Daten zu Natrium-Glucose-Kotransporter-2(SGLT2)-Inhibitoren, die mittlerweile einen hohen Stellenwert in der Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 haben, belegen einen Vorteil bei Patienten mit Herzinsuffizienz. Ende 2020 wurde die EMPEROR-Reduced-Studie zu Empagliflozin veröffentlicht und nun in weiteren Einzelpublikationen nochmals detailliert analysiert.

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Referiert & kommentiert Dr. Stefan Fischer, Stuttgart

Chronische Nierenerkrankung

Dapagliflozin schützt die Nierenfunktion auch bei Nichtdiabetikern

Laut den Ergebnissen der DAPA-CKD-Studie ist Dapagliflozin auch in einem dritten Indikationsbereich wirksam.

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Rezension Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Gerd Laux, Soyen

Pschyrembel-Klassiker Update

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Referiert & kommentiert Dr. Claudia Borchard-Tuch, Ratingen

Typ-2-Diabetes

SGLT-2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten in der Eskalation der Diabetes-Therapie

SGLT-2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten reduzieren das Risiko kardiovaskulärer und renaler Komplikationen in der Eskalation einer Antidiabetika-Therapie bei erwachsenen Typ-2-Diabetikern. Dies ist das Ergebnis einer Netzwerk-Metaanalyse.

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Referiert & kommentiert Dr. Stefan Fischer, Stuttgart

Diabetesprävention

Kann Dapagliflozin die Entstehung eines Typ-2-Diabetes verhindern?

Der SGLT2-Inhibitor Dapagliflozin ist wirksam bei Patienten mit Diabetes mellitus sowie bei einer Herzinsuffizienz. Einer aktuellen Auswertung der DPAPA-HF-Studie zufolge könnte er auch die Progression eines Prädiabetes verhindern.

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Referiert & kommentiert Dr. Sabine Fischer, Stuttgart

Diabetes mellitus Typ 2

Wirksamkeit und Sicherheit von höheren Dulaglutid-Dosen bei Metformin-Patienten

Glucagon-like Peptid-1-Rezeptoragonisten werden gemäß aktueller Leitlinie häufig zur Intensivierung der Behandlung nach Metformin-Gabe eingesetzt. Um Nebenwirkungen gering zu halten, werden niedrige Dosen verwendet. In der vorliegenden Studie untersuchten die Studienautoren die Wirksamkeit und Sicherheit höherer Dosen von Dulaglutid.

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Referiert & kommentiert Dr. Larissa Tetsch. Maisach

Typ-2-Diabetes

SGLT2-Hemmer und GLP1-RA schützen auch ohne Metformin vor kardiovaskulären Komplikationen

Zur Behandlung von Typ-2-Diabetes ist eine Kombination aus Metformin und Veränderung des Lebensstils die Therapie der Wahl. Obwohl dies den Blutzuckerspiegel meist ausreichend senkt, bleibt oft das Risiko für kardiovaskuläre Folgeerkrankungen hoch. SGLT2-Hemmer und Agonisten des GLP1-Rezeptors können dieses Risiko nachweislich senken. Eine systematische Literaturanalyse deutet nun an, dass diese Wirkstoffe auch ohne zusätzliche Gabe von Metformin wirksam sein können.

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Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Spinale Muskelatrophie (SMA)

Risdiplam zur Therapie der SMA Typ 1

Mit einem Kommentar des Autors
Bei Säuglingen mit spinaler Muskelatrophie Typ 1 führte die Behandlung mit oralem Risdiplam zu einer erhöhten Expression von funktionellem SMN-Protein im Serum und zu einer Verlangsamung der Krankheitsprogression.

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Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Morbus Parkinson

Probiotika zur Therapie der Obstipation bei Patienten mit M. Parkinson

Mit einem Kommentar des Autors
In einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie war die kurzzeitige Behandlung der Obstipation mit Mehrstamm-Probiotika bei Patienten mit M. Parkinson wirksam.

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Pressekonferenz Simone Reisdorf, Erfurt

Psychiatrische Notfälle im Rahmen einer Major Depression

Zulassungserweiterung für Esketamin-Nasenspray

Nach einer Zulassungserweiterung steht Esketamin-Nasenspray nun auch als rasch wirkende Notfalltherapie zur Verfügung: Erlaubt ist seit Kurzem der Einsatz „in Kombination mit einer oralen antidepressiven Therapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit einer mittelgradigen bis schweren Episode einer Major Depression als akute Kurzzeitbehandlung zur schnellen Reduktion depressiver Symptome, die nach ärztlichem Ermessen einem psychiatrischen Notfall entsprechen“. Dies ist die zweite Indikation für Esketamin-Nasenspray; schon länger zugelassen ist es als Zusatzbehandlung bei therapieresistenter Depression.

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Pressekonferenz Dr. Stefan Fischer, Stuttgart

Chronische myeloische Leukämie

Neue Daten zur kardiovaskulären Sicherheit von Ponatinib

Ponatinib ist in Therapiesituationen wirksam, bei denen alle anderen Tyrosinkinaseinhibitoren versagen. In der PACE-Studie traten jedoch bei 30 % der Patienten kardiovaskuläre Nebenwirkungen auf. Daher raten Experten, die Ponatinib-Dosis in bestimmten Situationen zu reduzieren. Unter welchen Bedingungen dies sinnvoll ist, belegte nun die OPTIC-Studie mit Evidenz. Die Daten der Studie wurden auf einer Pressekonferenz im Februar 2021 vorgestellt.