Seite 225 -226
Editorial Hans-Christoph Diener, Essen

COVID-19: Neue Erkenntnisse

Manifestation im Nervensystem

Seite 227 -233
Übersicht Björn Falkenburger, Dresden

Medikamentöse Therapie der Parkinson-Krankheit

Die wichtigsten motorischen Symptome der Parkinson-Krankheit können medikamentös über sehr lange Zeit zufriedenstellend behandelt werden. Im Zentrum dieser Behandlung steht der Einsatz dopaminerger Substanzen. Bei fortgeschrittener Parkinson-Krankheit können innovative Galeniken genutzt werden. Auch viele nichtmotorische Symptome können medikamentös behandelt werden.
Arzneimitteltherapie 2020;38:227–33.

English abstract

Parkinson's disease pharmacotherapy

The most important motor symptoms of Parkinson's disease can be treated medicamentously for a very long time. In this treatment, dopaminergic substances take center. In advanced Parkinson's disease, innovative galenics can be used. Furthermore, many non-motor symptoms can be treated medicamentously.

Key words: Parkinson's disease, levodopa, dopamine agonist, synuclein antibodies, motor symptoms, non-motor symptoms

Seite 234 -241
Übersicht Hartmut Lode und Ralf Stahlmann, Berlin

Impfungen im Alter

Spätestens ab dem 50. Lebensjahr tritt eine Alterung des Immunsystems (Immunoseneszenz) auf. Sie ist durch eine verminderte Aktivität des humoralen und zellulären Immunsystems charakterisiert. Folgen hiervon sind eine vermehrte Disposition zu Infektionserkrankungen des älteren Menschen, verbunden mit häufig komplizierenden Verläufen. Jede Person im Lebensalter ab 60 Jahren sollte daher Impfungen gegen Influenza-Viren, Pneumokokken, Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Herpes-zoster-Viren erhalten, die in vier Vakzinationspräparaten appliziert werden können. Im folgenden Beitrag werden die Komponenten, die Effektivität, die Applikationszeiten, die Verträglichkeit und die immunologischen Aspekte der vier zu empfehlenden Impfstoffe dargestellt und diskutiert. Besonders in einer Zeit der bedrohlichen bakteriellen und viralen Resistenzentwicklung sind wirksame Impfungen ein effektiver Ansatz, um Infektionen und, damit einhergehend, die Antibiotikagabe zu reduzieren.
Arzneimitteltherapie 2020;38:234–41.

English abstract

Vaccinations in the elderly

Aging of the immune system (immunosenescence) starts already at 50 years of age, which is connected with a reduced activity of the humoral and cellular features of the immune system. This results in a higher disposition to infections and frequently to a more complicated course of the disease in elderly people. Any person of 60 years and older should have vaccinations against influenza virus, pneumococcus, tetanus, diphtheria, pertussis and herpes zoster virus, which could be given in four different vaccine preparations. The components, efficacy, times of application, tolerance and immunological aspects of the four vaccines are explained and discussed in this paper. Successfull vaccinations in the elderly are an effective approach to reduce infections and antibiotic usage at a time of increasing bacterial and viral resistance.

Key words: diphtheria, elderly, herpes zoster virus, influenza virus, pertussis, pneumococcus, tetanus, vaccination

Seite 244 -246
Fragen aus der Praxis Lisa Goltz, Jane Schröder und Holger Knoth, Dresden

Apixaban bei Vorhofflimmern und fortgeschrittener Niereninsuffizienz?

Medikationsmanagement

Eine Patientin (75 Jahre, 80 kg) mit terminaler Niereninsuffizienz (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate [eGFR] < 15 ml/min) leidet zusätzlich an Vorhofflimmern, Herzinsuffizienz im Stadium NYHA III sowie einer koronaren Herzerkrankung. Als Antikoagulans erhält sie derzeit Apixaban in einer Dosierung von 2-mal 2,5 mg am Tag. Ist der Einsatz von Apixaban bei dieser Patientin gerechtfertigt und ist die Dosis korrekt gewählt?
Arzneimitteltherapie 2020;38:244–6.

Seite 247 -248
Klinische Studie Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Cluster-Kopfschmerz

Prophylaxe des chronischen Cluster-Kopfschmerzes mit Galcanezumab

Mit einem Kommentar des Autors
In einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie bei Patienten mit chronischem Cluster-Kopfschmerz war Galcanezumab s. c. einmal pro Monat über drei Monate einer Placebo-Therapie nicht überlegen.

Seite 249 -263
Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Migräneprophylaxe

OnabotulinumtoxinA bei Jugendlichen mit chronischer Migräne

Mit einem Kommentar des Autors
In einer randomisierten Studie bei Jugendlichen mit chronischer Migräne führten sowohl OnabotulinumtoxinA als auch Placebo zu einer klinisch bedeutsamen Reduktion der Kopfschmerztage pro Monat. Aufgrund des hohen Placebo-Effekts war es nicht möglich, eine Überlegenheit von OnabotulinumtoxinA über Placebo zu zeigen.

Seite 249 -263
Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Episodische Migräne

Eptinezumab zur Prophylaxe der episodischen Migräne

Mit einem Kommentar des Autors
In einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie war die einmalige Gabe von 100 und 300 mg Eptinezumab intravenös über einen Zeitraum von 12 Wochen signifikant wirksamer als Placebo für die Prophylaxe der episodischen Migräne. Eptinezumab wurde gut vertragen.

Seite 249 -263
Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Migräne

Eptinezumab versus Placebo zur Prophylaxe der chronischen Migräne (PROMISE-2)

Mit einem Kommentar des Autors
Bei Patienten mit chronischer Migräne sind die Dosierungen 100 mg und 300 mg Eptinezumab intravenös alle drei Monate im Vergleich zu Placebo mit einer signifikanten Reduktion der Migränetage pro Monat assoziiert. Eptinezumab wird gut vertragen.

Seite 249 -263
Referiert & kommentiert Dr. Claudia Bruhn, Berlin

Behandlung fokaler epileptischer Anfälle

Signifikant weniger Anfälle unter Cenobamat

Im März 2020 hat die Europäische Arzneimittelagentur EMA den Zulassungsantrag für den antiepileptischen Wirkstoff Cenobamat akzeptiert [1]. In den USA ist dieser seit November 2019 unter dem Handelsnamen Xcopri® zur Zusatztherapie bei Erwachsenen mit unzureichend kontrollierten fokalen epileptischen Anfällen zugelassen [2, 3]. In einer der zulassungsrelevanten Phase-II-Studien reduzierte Cenobamat die Anfallsfrequenz signifikant stärker als Placebo, die Ansprechraten lagen ebenfalls signifikant höher als unter dem Scheinmedikament.

Seite 249 -263
Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung

Therapie mit Rituximab in einer multizentrischen randomisierten Placebo-kontrollierten Studie

Mit einem Kommentar des Autors
In einer kleinen Studie bei Patienten mit Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung, die Aquaporin-4-Antikörper-positiv waren, verhinderte Rituximab über einen Zeitraum von 72 Wochen neue Krankheitsschübe.

Seite 249 -263
Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Regeneration nach ischämischem Schlaganfall

Wirksamkeit und Sicherheit des GABAA-α5-Antagonisten S44819 bei Patienten mit ischämischem Schlaganfall: Die RESTORE-BRAIN-Studie

Mit einem Kommentar des Autors
Der GABAA-α5-Antagonist S44819 war für die Verbesserung des funktionellen Outcomes nach Schlaganfall in einer Behandlungsphase von 90 Tagen nach dem Ereignis einer Therapie mit Placebo nicht überlegen. Die Substanz wurde gut vertragen.

Seite 249 -263
Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Behandlung des akuten Schlaganfalls

Risiko intrakranieller Blutungen bei mechanischer Thrombektomie bei antikoagulierten Schlaganfallpatienten

Mit einem Kommentar des Autors
Bei Patienten, die antikoaguliert sind und sich einer mechanischen Thrombektomie unterziehen müssen, ist das Risiko einer intrakraniellen Blutung signifikant erhöht, wenn eine Vorbehandlung mit Vitamin-K-Antagonisten (VKA) bestand. Dies ist nicht der Fall, wenn die Patienten mit direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) vorbehandelt wurden.

Seite 249 -263
Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Antithrombotischen Therapie

Antikoagulation nach Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI)

Mit einem Kommentar des Autors
In einer randomisierten Studie bei Patienten mit TAVI, die eine orale Antikoagulation erhielten, war die Inzidenz schwerer Blutungen über einen Zeitraum von einem Monat oder einem Jahr mit einer oralen Antikoagulation allein geringer als mit einer oralen Antikoagulation plus Clopidogrel.

Seite 249 -263
Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Rivaroxaban in der VOYAGER-PAD-Studie

Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit nach Revaskularisierung

Mit einem Kommentar des Autors
In einer randomisierten Studie wurden Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit, die entweder interventionell gestentet oder operiert waren, zu 2-mal 2,5 mg Rivaroxaban plus Acetylsalicylsäure (ASS) randomisiert oder zu Placebo plus ASS. In der Rivaroxaban-Gruppe war der primäre Endpunkt aus akuter Extremitätenischämie, Amputation, Herzinfarkt, ischämischem Insult oder Tod durch kardiovaskuläre Ursachen um 15 % gegenüber Placebo reduziert. Die Blutungsraten waren unter Rivaroxaban erhöht.

Seite 249 -263
Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Therapie venöser Thromboembolien

Apixaban versus Dalteparin bei Patienten mit malignen Tumoren: die CARAVAGGIO-Studie

Mit einem Kommentar des Autors
In einer randomisierten Studie war orales Apixaban subkutanem Dalteparin zur Behandlung venöser Thromboembolien bei Patienten mit malignen Tumoren nicht unterlegen. Das Risiko schwerwiegender Blutungen war ähnlich hoch.

Seite 249 -263
Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Spinale Muskelatrophie

Wirksamkeit von Nusinersen bei erwachsenen Patienten

Mit einem Kommentar des Autors
In einer prospektiven Beobachtungsstudie in Deutschland zeigten sich ein gutes Sicherheitsprofil und eine klinische Wirksamkeit von Nusinersen bei der Behandlung von 139 Patienten mit spinaler Muskelatrophie vom Typ 5q bei Erwachsenen.

Seite 264
Notizen Dr. Stefan Fischer, Stuttgart

G-BA-Beschluss

Cannabidiol beim Lennox-Gastaut-Syndrom

Seite 265 -267
Seite 269 -271
Pressekonferenz Dr. Stefan Fischer, Stuttgart

Chronische lymphatische Leukämie (CLL)

Zeitlich begrenzte chemotherapiefreie Behandlung in der Erstlinientherapie

Die European Medicines Agency (EMA) hat Venetoclax in Kombination mit Obinutuzumab eine Zulassungserweiterung erteilt. Ärzte können die Kombination nun als Erstlinientherapie bei CLL einsetzten. Auch die Aufnahme in Therapieempfehlungen ist bereits erfolgt. Die Daten der zugehörigen CLL-14-Studie stellten Referenten auf einer Web-Pressekonferenz der Firma AbbVie im April 2020 vor.

Seite 269 -271
Pressekonferenz Christine Vetter, Köln

Multiple Sklerose

Alemtuzumab bleibt als mögliche Therapieoption erhalten

Der monoklonale Antikörper Alemtuzumab wurde jüngst in einem Artikel-20-Verfahren eingehend hinsichtlich seiner Wirksamkeit und Sicherheit geprüft. Der Wirkstoff bleibt weiterhin für die Behandlung der multiplen Sklerose zugelassen, allerdings mit etwas modifiziertem Indikationsspektrum und genaueren Angaben zur Überwachung der Patienten, so das Fazit bei einer Web-Pressekonferenz von Sanofi Genzyme im März 2020.