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Editorial Dr. med. Peter Stiefelhagen, Starnberg

Das onkologische Wissen wächst explosionsartig

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Übersicht Brigitte Hübner, Halle (Saale)

Antikörper-Wirkstoff-Konjugate in der Tumortherapie

Therapeutisches Potenzial

Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC) stellen einen innovativen Therapieansatz in der Tumortherapie dar, der die Selektivität einer zielgerichteten Antikörper-Therapie mit dem Potenzial zytotoxischer Wirkstoffe verknüpft. Im Folgenden soll das Grundprinzip dieser Therapien beleuchtet und ein Überblick über bereits im Handel befindliche Antikörper-Wirkstoff-Konjugate vermittelt werden. Ferner wird der Stand der klinischen Studien des Antikörper-Wirkstoff-Konjugats Depatuxizumab Mafodotin (ABT-414) zur Therapie des Glioblastoms vorgestellt.
Arzneimitteltherapie 2019;37:2–7.

English abstract

Therapeutic potential of antibody drug conjugates in tumor therapy

ADC (antibody drug conjugates) represent an innovative therapeutic option in tumor therapy combining the selectivity of target-specific antibodies and the potential of cytotoxic drugs. The rationale of this therapeutic approach is elucidated and an overview of approved drugs is given. Ongoing clinical studies of depatux-mafodotin (ABT-414) in the therapy of glioblastoma are presented.

Key words: antibody drug conjugate, depatuxizumab mafodotin, ABT-414

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Übersicht Stefanie Kreissl, Köln*

Hodgkin-Lymphom

Aktuelle Diagnostik und Therapie

Das Hodgkin-Lymphom zählt heute zu den Tumorerkrankungen mit den besten Heilungschancen im Bereich der Hämato-Onkologie. Unabhängig vom Stadium liegt das 5-Jahres-Gesamtüberleben unter den derzeitigen Standardtherapien bei über 90 %. Mit einem medianen Erkrankungsalter bei Erstdiagnose von 30 Jahren sind überwiegend junge Erwachsene betroffen. Die Therapie des Hodgkin-Lymphoms erfolgt stadienabhängig und besteht zumeist aus einer kombinierten Chemo- und Strahlentherapie. Langfristiges Ziel ist heute die Optimierung der Primärtherapie im Sinne einer Reduktion der therapieassoziierten Akut- und Langzeitnebenwirkungen bei gleichbleibend gutem Therapieerfolg.
Arzneimitteltherapie 2019;37:11–7.

English abstract

Hodgkin’s lymphoma: up-to-date standards of diagnosis and therapy

Today, Hodgkin’s lymphoma is a curable malignancy for the vast majority of our patients due to stage-adapted polychemotherapy with or without consolidation radiotherapy. 5-year progression-free survival (PFS) rates are beyond 90% throughout all stages. With a median age of 30 years at first diagnosis, this disease affects mainly young adults. Therefore, we face a continuously growing number of young long-term survivors who are at risk for long-term sequelae. Thus, reducing acute and late treatment-related side effects while maintaining the high cure rates represents the major goal in Hodgkin’s lymphoma today.

Key words: Hodgkin’s lymphoma, stage-adapted treatment, chemotherapy, radiotherapy, relapse strategies

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Klinische Studie Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen

Malignes Melanom

Nivolumab plus Ipilimumab bei Patienten mit Hirnmetastasen

Mit einem Kommentar des Autors
Die Kombination des Immuncheckpoint-Hemmers Nivolumab und des CTLA-4-Antikörpers Ipilimumab zeigte bei Patienten mit einem metastasierten Melanom und unbehandelten Hirnmetastasen eine eindrucksvolle intra- und extrakraniale klinische Wirkung. Dies ergab die offene, multizentrische Phase-II-Studie CheckMate 204.

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Referiert & kommentiert: Therapiehinweise Dr. Miriam Sonnet, Rheinstetten

Krebs

Höheres progressionsfreies Überleben ist nicht mit besserer Lebensqualität assoziiert

Das progressionsfreie Überleben (PFS) gilt in zahlreichen Krebsstudien als wichtiger primärer Endpunkt und wird als Surrogat für eine stabile Erkrankung und weniger belastende Krankheitssymptome betrachtet. Allerdings korreliert das PFS nicht unbedingt mit einer verbesserten gesundheitsbezogenen Lebensqualität, wie in einem neuen systematischen Review jetzt gezeigt wurde.

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Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen

SOLAR-1-Studie bei fortgeschrittenem Mammakarzinom

Alpelisib plus Fulvestrant verlängern progressionsfreies Überleben

Der Phosphatidylinositol-3-Kinase(PI3K)-Inhibitor Alpelisib verlängerte in der SOLAR-1-Studie in Kombination mit Fulvestrant das progressionsfreie Überleben (PFS) im Vergleich zu einer Fulvestrant-Monotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Mammakarzinom signifikant. Die Ergebnisse wurden beim ESMO-Kongress 2018 in München vorgestellt.

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Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen

PALOMA-3-Studie bei fortgeschrittenem Mammakarzinom

Palbociclib verlängert Gesamtüberleben nicht signifikant

Der CDK4/6-Inhibitor Palbociclib verlängerte in Kombination mit Fulvestrant bei Frauen mit Hormonrezeptor-positivem HER2-negativem metastasiertem Brustkrebs, deren Erkrankung nach endokriner Therapie weiter fortgeschritten war, zwar das Gesamtüberleben auf 34,9 Monate. Doch die Differenz von 6,9 Monaten zu einer medianen Überlebenszeit von 28,0 Monaten unter Fulvestrant-Monotherapie war mit einer Hazard-Ratio von 0,81 und einem p-Wert von 0,09 nicht signifikant. Die Ergebnisse des sekundären Endpunkts der Phase-III-Studie PALOMA 3 wurden beim ESMO-Kongress 2018 in München vorgestellt und parallel im New England Journal of Medicine publiziert.

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Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen

JAVELIN-Renal-101-Studie

Avelumab plus Axitinib beim Nierenzellkarzinom

Die Kombination des Immuncheckpoint-Blockers Avelumab mit dem Tyrosinkinase-Inhibitor Axitinib verlängerte im Vergleich zu einer Monotherapie mit Sunitinib das progressionsfreie Überleben (PFS) von bislang nicht behandelten Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom (RCC) signifikant. Diese Zwischenergebnisse der Phase-III-Studie JAVELIN Renal 101 wurden beim ESMO-Kongress 2018 in München vorgestellt.

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Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen Dr. Annette Junker, Wermelskirchen

Hybrid-Capture-Technologie

Umfassende Analyse genetischer Veränderungen bei hämatologischen Neoplasien möglich

Durch die Detektion genetischer Anomalien und sich anschließende entsprechende Therapien werden seit einigen Jahren erhebliche Fortschritte in der Hämato-Onkologie erzielt. Eine noch umfassendere Untersuchung hämatologischer Neoplasien ist jetzt möglich. Zur Erforschung bekannter und neuer relevanter Genveränderungen bei myeloischen Neoplasien hat NEO New Oncology den Hybrid-Capture basierten Assay NEOmyeloid RUO entwickelt, der während des europäischen Krebskongresses (ESMO) vorgestellt wurde.

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Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen Dr. Annette Junker, Wermelskirchen

Melanompatienten mit BRAF-V600-Mutation im Stadium 3

Weniger Rezidive mit Dabrafenib plus Trametinib

Eine Follow-up-Auswertung der Phase-III-Studie COMBI-AD bestätigt unter der Kombination aus Dabrafenib und Trametinib die relative Reduktion des Rezidivrisikos um über 50 % gegenüber Placebo – auch über den verlängerten Nachbeobachtungszeitraum von 44 Monaten. Während des europäischen Krebskongresses (ESMO) 2018 in München wurden diese Daten vorgestellt und diskutiert.

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Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen Dr. Petra Jungmayr, Esslingen

Systemische Therapie fortgeschrittener gastrointestinaler Tumoren

Standards und Perspektiven

In einem von Servier veranstalteten Symposium anlässlich der Jahrestagung 2018 der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) wurden Therapiestrategien für das vorbehandelte metastasierte Kolorektal- und Magenkarzinom erörtert und neue Studien vorgestellt.

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Pressekonferenz Dr. Katharina Arnheim, Freiburg

CDK4/6-Inhibitor Abemaciclib beim fortgeschrittenen Mammakarzinom

Effektive Kombination aus endokriner und zielgerichteter Therapie

Beim Hormonrezeptor(HR)-positiven Brustkrebs gilt nach den aktuellen Leitlinien die endokrine Therapie als Behandlung der ersten Wahl. Allerdings ist eine Resistenzentwicklung unvermeidlich – die Therapie muss umgestellt werden. CDK4/6-Inhibitoren sind zielgerichtete Substanzen, mit denen ein Durchbrechen der endokrinen Resistenz gelingt. Im Oktober 2018 wurde Abemaciclib als neuer Vertreter dieser Substanzklasse zugelassen. Er ist in Kombination mit einem Aromatase-Inhibitor (AI) oder Fulvestrant indiziert für die Erst- und Zweitlinientherapie von Frauen mit HR-positivem, HER2-negativem fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom.

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Pressekonferenz Dr. Stefan Fischer, Stuttgart

Ovarialkarzinom

Niraparib mit guter Langzeitverträglichkeit

Niraparib erhielt im November 2017 in Europa die Zulassung zur Erhaltungstherapie des Platin-sensitiven rezidivierten Ovarialkarzinoms. Aktuelle Daten wurden im November 2018 auf einer von der Firma Tesaro veranstalteten Pressekonferenz in München vorgestellt.

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Pressekonferenz Beatrice Hamberger, Berlin

BRAF-MEK-Inhibition

Neue zielgerichtete Therapie zur Behandlung des metastasierten Melanoms zugelassen

Die Kombination aus BRAF- und MEK-Inhibitoren hat die Prognose bei fortgeschrittenem BRAF-mutierten Melanom enorm verbessert. Mit der Zulassung von Encorafenib und Binimetinib steht seit September 2018 nun eine weitere Kombinationstherapie zur Verfügung. Daten der zulassungsrelevanten Studie COLUMBUS zeigen, dass durch die gleichzeitige Einnahme der beiden zielgerichteten Substanzen ein medianes Gesamtüberleben von knapp drei Jahren erreicht werden kann. In Berlin wurden die Studienergebnisse bei einer Launch-Pressekonferenz vorgestellt und in die bestehende Therapielandschaft eingeordnet.

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Pressekonferenz Dr. Stefan Fischer, Stuttgart

Chronische lymphatische Leukämie

Venetoclax in der Kombination mit Rituximab

Im Oktober 2018 wurde die Zulassung von Venetoclax auf eine Kombinationstherapie mit Rituximab in der Zweitlinie der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) erweitert. Die zulassungsrelevanten Daten wurden auf einer Pressekonferenz der Firma AbbVie im November 2018 vorgestellt und diskutiert.

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Pressekonferenz Dr. Günter Springer, Darmstadt

Chronische myeloische Leukämie (CML)

Hohe molekulare Ansprechraten trotz Resistenz gegen Secondline-Tyrosinkinase-Inhibitoren

Ponatinib, der erste Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) der 3. Generation für die CML-Behandlung, ist ein potenter Inhibitor unmutierter und mutierter BCR-ABL. In der zulassungsrelevanten Phase-II-Studie PACE hatten selbst stark vorbehandelte Patienten in chronischer Phase eine gute Chance auf tiefe Remission und Langzeitüberleben.

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Pressekonferenz Abdol A. Ameri, Weidenstetten

Chronische Sialorrhö

Quälendes Begleitsymptom verschiedener neurologischer Erkrankungen

Unkontrollierter Speichelfluss ist eine häufige Begleiterscheinung neurologischer Erkrankungen. Obschon eine chronische Sialorrhö mit einem hohen Leidensdruck, Stigmatisierung, Beeinträchtigungen der Lebensqualität sowie mit einem erhöhten Pneumonie-Risiko verbunden ist, gab es bislang keine effektiven und gut verträglichen medikamentösen Therapiemöglichkeiten. Neue Hoffnung für die Patienten bietet die ultraschallgestützte Injektion von Botulinumtoxin in die großen Speicheldrüsen. Die in den USA bereits zugelassene Behandlungsmöglichkeit wurde während einer Pressekonferenz der Firma Merz Pharmaceuticals im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) im November 2018 vorgestellt.

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Pressekonferenz Dr. Alexander Kretzschmar, München

Ende des Patentschutzes

Adalimumab-Biosimilar mit ergonomisch optimiertem Fertigpen

Mit dem Auslaufen des EU-Patentschutzes für das Adalimumab-Originalpräparat (Humira®) in der EU ist jetzt das Adalimumab-Biosimilar GP2017 verfügbar. Die Zulassung entspricht allen Indikationen des Referenzpräparats. Die Ergebnisse der konfirmatorischen Vergleichsstudie bei Plaque-Psoriasis wurden auf der von Hexal veranstalteten Launch-Pressekonferenz im Oktober 2018 in München vorgestellt.

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Pressekonferenz Dr. Beate Fessler, München

Dekompensierte Lebererkrankungen

Mit Antibiotikum Komplikationen während der Wartezeit auf ein Spenderorgan reduzieren

Die Wartezeit auf eine lebensrettende Lebertransplantation ist meist lang. In dieser kritischen Phase kann mit dem darmselektiven Antibiotikum Rifaximin-α das Risiko für bedrohliche Komplikationen gesenkt werden.