Übersicht Karl-Michael Derwahl, Berlin

Medikamentöse Therapie der Thyreoiditiden

Die Thyreoiditiden werden unterteilt in die autoimmunen und nicht-autoimmunen Formen (Tab. 1). Zu den autoimmunen Formen gehören die Hashimoto-Thyreoiditis mit der atrophischen Thyreoiditis als Endstadium, die nach einer Geburt auftretende Postpartum-Thyreoiditis und die seltenere Silent-Thyreoiditis. Eine Sonderstellung nimmt die durch Medikamente induzierte Form einer Thyreoiditis ein, deren Basis meist eine vorbestehende Autoimmunität ist. Die häufigste nicht-autoimmune Thyreoiditis ist die Thyreoiditis de Quervain, sehr selten sind eine bakterielle und eine Riedel-Thyreoiditis. Die vorliegende Arbeit gibt eine Übersicht über die Therapie und die Therapiekontrolle der wichtigsten Thyreoiditis-Formen. Eine umfassende Übersicht über die Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse findet sich in Derwahl und Heufelder [22].
Arzneimitteltherapie 2009;27:3–12.

English abstract

Pharmacotherapy of different types of thyroiditis

The term thyroiditis encompasses relatively common thyroid disorders which have been classified according to their autoimmune or non-autoimmune etiology. Hashimoto’s thyroiditis with its end-stage, atrophic thyroiditis, postpartum thyroiditis and silent thyroiditis (synonym: painless sporadic thyroiditis) all have an autoimmune basis. Drug-induced thyroiditis may develop in patients with pre-existing autoimmunity.

The most frequent type of non-autoimmune thyroiditis is the de Quervain’s thyroiditis whereas bacterial thyroiditis and Riedel’s thyroiditis are very rare. This work reviews the treatment and monitoring of the different types of thyroiditis.

Keywords: Hashimoto’s thyroiditis, postpartum thyroiditis, silent sporadic thyroiditis, painful subacute thyroiditis, infectious thyroiditis, therapy, follow-up

Übersicht Grit Ackermann, Leipzig*

Antibiotika und Antimykotika bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Arzneimitteltherapie 2009;27:15–22.

Fragen aus der Praxis Bundesverband deutscher Krankenhausapotheker ADKA e.V. Ausschuss Arzneimittelinformation und Kommunikation und Arbeitsgruppe FAQ der ADKA-Aminfo-Datenbank

Mycophenolatmofetil: Erfahrungen und Daten zur Anwendung bei Sklerodermie-assoziierter interstitieller Lungenerkrankung

Klinische Studie Prof. Dr. Hans Christoph Diener, Essen

Hypertonie

Antihypertensive Therapie bei Patienten ab 80 Jahren

Die HYVET-Studie (Hypertension in the very elderly trial) zeigt, dass eine Behandlung mit dem Diuretikum Indapamid mit oder ohne Perindopril bei Hypertonikern ab 80 Jahre das Risiko für tödlichen Schlaganfall und vaskuläre Todesfälle signifikant reduziert.

Klinische Studie Prof. Dr. Hans Christoph Diener, Essen

Antihypertensive Therapie

Kurzfristig kein Schutz vor Demenz

Das Auftreten einer Demenz wird durch eine relativ kurz dauernde antihypertensive Therapie nicht vermindert, so das Ergebnis einer Subgruppenanalyse der HYVET-Studie.

Klinische Studie Dr. Annette Schlegel, Versmold

Insulinsensitizer

Pioglitazon bremst Atherosklerose bei Typ-2-Diabetikern

Der Insulinsensitizer Pioglitazon kann im Vergleich zu dem Sulfonylharnstoff Glimepirid die Atherosklerose in den Koronararterien bei Typ-2-Diabetikern aufhalten. Das ergab eine 18-monatige randomisierte Doppelblindstudie.

Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans Christoph Diener, Essen

Epilepsie

Topiramat in der Schwangerschaft

Mit Ausnahme von Lippenkiefergaumenspalten war das Missbildungsrisiko unter Einnahme von Topiramat in der Monotherapie der Epilepsie gering. Im Rahmen der Polytherapie kam es aber zu einer deutlichen Zunahme der angeborenen Missbildungen.

Referiert & kommentiert Bettina Christine Martini, Legau

Diabetische Nephropathie

Aliskiren kombiniert mit Losartan bei Diabetes mellitus Typ 2 und Nephropathie

Ob der neue direkte Renin-Inhibitor Aliskiren (Rasilez®) zusätzlich zu einer als nephroprotektiv geltenden Losartan-Therapie die nephroprotektiven Wirkungen der Behandlung erhöht, wurde nun in einer Plazebo-kontrollierten Studie untersucht. Der primäre Studienendpunkt (Albumin-Creatinin-Quotient) war in der Aliskiren-Gruppe signifikant besser. Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit solcher Kombinationen sollten aber in Studien mit längerer Therapiedauer noch bestätigt werden.

Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans Christoph Diener, Essen

Akute intrazerebrale Blutung

Rekombinanter Faktor VIIa nicht wirksam

Die Behandlung einer zerebralen Blutung mit Faktor VIIa hat keine Auswirkungen auf das Überleben oder den funktionellen Outcome.

Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans Christoph Diener, Essen

Zerebrale Blutung

Therapie mit CSE-Hemmern – Prognose und Rezidivblutung

Die Einnahme von CSE-Hemmern verbessert die Prognose von intrazerebralen Blutungen nicht. Sie hat auch keinen Einfluss auf die Rate von Rezidivblutungen.

Referiert & kommentiert Prof. Dr. Hans Christoph Diener, Essen

Sekundärprävention des Schlaganfalls

Zunahme zerebraler Blutungen durch Atorvastatin?

Zerebrale Blutungen treten in der Sekundärprävention eines Schlaganfalls mit Atorvastatin häufiger auf als bei der Gabe von Plazebo, so das Ergebnis einer Post-hoc-Analyse der SPARCL-Studie.

Referiert & kommentiert Andrea Warpakowski, Itzstedt

Metastasiertes kolorektales Karzinom

Irinotecan gut kombinierbar mit Zytostatika und Antikörpern

Irinotecan gehört zu den Standard-Zytostatika in der Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms. Kombinationen mit Antikörpern wirken synergistisch, und eine Dosisreduktion der Zytostatika in diesen Kombinationen verringert ohne Wirkungsverlust die Nebenwirkungsrate. Neue prädiktive Biomarker für EGFR-Antikörper können die Ansprechraten noch steigern. Aktuelle Daten wurden bei einer Pressekonferenz der Firma Pfizer im Rahmen des 10th World Congress on Gastric Cancer in Barcelona, Spanien, im Juni 2008 präsentiert.