Seite 255
Editorial Dr. Stefan Fischer, Stuttgart

Zusatznutzen in der AMT

Seite 256 -263
Übersicht Christine Schneider und Markus Naumann, Augsburg

Botulinumtoxin in der Neurologie

Botulinumtoxin bewirkt durch eine Hemmung der Freisetzung von Acetylcholin an der muskulären Endplatte eine Blockade der neuromuskulären Übertragung. Die dadurch hervorgerufene Schwäche der Muskulatur wird in der Neurologie für vielfältige Indikationen therapeutisch genutzt. Da Botulinumtoxin auch die Transmitterfreisetzung der autonomen cholinergen Nervenendigungen hemmt, wird es darüber hinaus zur lokalen Behandlung verschiedener autonomer Störungen eingesetzt.
Arzneimitteltherapie 2019;37:256–63.

English abstract

Botulinum toxin in neurology

Botulinum toxin inhibits the release of acetylcholine at the neuromuscular junction, leading to an impaired neuromuscular transmission. The resulting weakness of the muscle is used therapeutically in neurology for a variety of indications. Since botulinum toxin also inhibits the transmitter release in autonomic cholinergic nerve endings, it is in addition used to treat various autonomic disorders.

Key words: botulinum toxin, spasticity, dystonia, migraine, hyperhidrosis

Seite 267 -273
Neue Arzneimittel in der Diskussion Thi My-Hanh Nguyen, Berlin

Sarilumab

Humaner monoklonaler Antikörper zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven rheumatoiden Arthritis

Mit einem Kommentar der Redaktion
Sarilumab (Kevzara®) ist ein humaner monoklonaler Antikörper, der an lösliche sowie membrangebundene Interleukin-6-Rezeptoren bindet und somit deren Signalwege blockiert. Sarilumab wird in Kombination mit Methotrexat oder als Monotherapie bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis eingesetzt. Die Zulassung basiert auf klinischen Studien, die zeigten, dass Sarilumab als Add-on zu einer Standardtherapie zu klinisch bedeutenden Verbesserungen führt.
Arzneimitteltherapie 2019;37:267–73.

English abstract

Sarilumab

Sarilumab (KEVZARA®, Sanofi/Regeneron) was approved by the European commission in June of 2017. Sarilumab is indicated in combination with methotrexate (MTX) for the treatment of adult patients with moderate to severe active rheumatoid arthritis (RA) with inadequate response or intolerance to one or more disease-modifying antirheumatic drugs (DMARDs). It can also be used as monotherapy if the patient does not tolerate MTX or when treatment with MTX is inappropriate. Sarilumab is a fully human monoclonal antibody which binds with high affinity to soluble and membrane-bound IL-6 receptors. By binding to these receptors sarilumab prevents the inflammatory effects of IL-6 and inhibits IL-6 receptor signaling. Clinical trials showed clinically relevant improvements in patients with RA. At week 24 of the studies higher ACR20, ACR50 und ACR70 responses were observed in patients treated with sarilumab + MTX or a disease-modifying antirheumatic drug (DMARD) compared to placebo + MTX or DMARD.

Key words: Sarilumab, rheumatoid arthritis, human monoclonal antibody, IL-6 inhibitor

Seite 274 -276
Neue Arzneimittel in der Diskussion Matthias Desch, Kogl, Österreich

Metreleptin

Leptin-Analogon bei generalisierter und partieller Lipodystrophie

Bei Lipodystrophie handelt es sich um eine sehr seltene Erkrankung. Patienten leiden unter fehlendem oder mangelndem subkutanen Fett und damit einhergehend einer insuffizienten endokrinen Gewebsfunktion. Dies führt meist zu ektopen Fettablagerungen in Muskeln und Leber, verbunden mit schweren Stoffwechselentgleisungen, die denen von Diabetes mellitus oder Adipositas ähneln. Aufgrund der gestörten endokrinen Funktion des Fettgewebes leiden Patienten zudem meist an einem Leptin-Mangel. Mit Metreleptin steht nun ein synthetisches Leptin-Analogon zur Therapie des Leptin-Mangels bei Lipodystrophie zur Verfügung. Eine Therapie kann die Stoffwechselentgleisungen massiv verbessern.
Arzneimitteltherapie 2019;37:274–6.

English abstract

Metreleptin – An analog of leptin for the treatment of generalized and partial lipodystrophy

Lipodystrophy (LD, generalized and partial) is a very rare disease. Patients suffer from missing and insufficient subcutaneous fat. The result is an ectopic fat distribution with serious symptoms like excessive hypertriglyceridemia, hyperlipidemia and diabetes. These symptoms are hard to treat with conventional statins, fibrates or oral antidiabetics. Due to the missing subcutaneous fat, patients suffer from absence of leptin which is synthesized in subcutaneous adipocytes. This results in hyperphagia and insufficient homeostasis of energy and fat and glucose metabolism. Metreleptin is a synthetic analog of leptin and is used to treat LD which improves the metabolic effects: Metreleptin reduces HbA1c and ameliorates the lipid profile of patients with generalized or partial LD.

Key words: leptin, metreleptin, lipodystrophy, subcutaneous fat tissue

Seite 277 -278
Neue Arzneimittel in der Diskussion Martha A. Schalla, Berlin, und Andreas Stengel, Berlin/Tübingen

Metreleptin

Aus Expertensicht

Arzneimitteltherapie 2019;37:277–8.

English abstract

Metreleptin

In 2018 a new substance, metreleptin, was approved for the therapy of lipodystrophies, a group of hereditary as well as acquired diseases characterized by the irreversible loss of subcutaneous fat tissue. Despite only a limited number of studies exists, metreleptin was shown to significantly improve serum glucose and fat levels after 12 months in patients with lipodystrophy, while severe adverse reactions were reported only very rarely. Due to high therapy costs as well as the heterogeneity and complexity of the disease, the treatment of lipodystrophy with metreleptin should be conducted preferably in specialized medical centers.

Key words: leptin, metreleptin, lipodystrophy, subcutaneous fat tissue

Seite 279 -280
Klinische Studie Dr. Larissa Tetsch, Maisach

Rheumatoide Arthritis

Teure Biologika sollten zuerst abgesetzt werden

Ziel einer zeitgemäßen Behandlung der rheumatoiden Arthritis ist die Remission. Diese wird meist durch eine Kombination von konventionellen synthetischen und biologischen antirheumatischen Wirkstoffen erreicht. Um Nebenwirkungen und Kosten zu reduzieren, ist es sinnvoll, die Arzneistoffdosis zu reduzieren, sobald die Krankheit unter Kontrolle ist. Eine Studie hat jetzt gezeigt, dass es dabei für die Rückfallrate keinen Unterschied macht, welche der beiden Wirkstoffgruppen zuerst reduziert wird.

Seite 281 -292
Referiert & kommentiert: Therapiehinweise Dr. Larissa Tetsch, Maisach

Morbus Bechterew

Ixekizumab als Option bei erfolgloser TNF-Inhibitor-Behandlung

Standardtherapie bei Morbus Bechterew ist die Gabe von nichtsteroidalen antientzündlichen Wirkstoffen sowie TNF-α-Inhibitoren. Spricht diese Therapie nicht an oder weisen Patienten eine Unverträglichkeit gegen die Wirkstoffe auf, können Interleukin-17(IL-17)-Hemmstoffe zum Einsatz kommen. Die vorliegende Studie zeigt erstmals, dass der gegen IL-17 gerichtete Antikörper Ixekizumab bei dieser Patientengruppe wirksam und sicher ist.

Seite 281 -292
Referiert & kommentiert: Therapiehinweise Dr. Jasmine Thibaut, Stuttgart

Neuromuskuläre Erkrankungen

Mexiletin zur Behandlung der nichtdystrophen Myotonie

Nichtdystrophe Myotonien sind seltene Erkrankungen, die durch Mutation der Skelettmuskelkanalgene verursacht werden. Eine durch Mexiletin induzierte Natriumkanalblockade verringerte die Myotonie in früheren kleinen Studien. Die Ergebnisse dieses aggregierten (N = 1)-Studiendesigns von Mexiletin bestätigen eine Reduktion der mittleren täglich selbstberichteten Muskelsteifheit gegenüber Placebo.

Seite 281 -292
Referiert & kommentiert: Therapiehinweise Dr. Maja M. Christ, Stuttgart

Mammakarzinom

Olaparib für Patientinnen mit HER2-negativem, BRCA-positivem Mammakarzinom zugelassen

In der OlympiAD-Studie konnte gezeigt werden, dass der PARP-Inhibitor Olaparib das progressionsfreie Überleben von Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs mit BRCA1- und/oder BRCA2-Mutation und HER2-Negativität signifikant verlängert. Auf das Gesamtüberleben hatte Olaparib keinen signifikanten Einfluss. Dennoch erhielt Olaparib im April 2019 eine entsprechende Zulassungserweiterung.

Seite 281 -292
Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen Dr. Stefan Fischer, Stuttgart

Diabetes mellitus Typ 2

Wie schützen Antidiabetika vor kardiovaskulären Ereignissen?

Die großen Sicherheitsstudien für Antidiabetika haben deutlich gemacht, welche Substanzen bei Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen geeignet sind. Im Rahmen der Jahrestagung 2019 der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie präsentierten die Referenten die zugrundeliegenden Mechanismen. Das Symposium wurde veranstaltet von Novo Nordisk.

Seite 281 -292
Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen Dr. Stefan Fischer, Stuttgart

Spezielle Patientengruppen

Edoxaban im klinischen Alltag

Die Reduktion von intrakraniellen Blutungen ist ein Vorteil der direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) gegenüber den Vitamin-K-Antagonisten. Mittlerweile gibt es Daten zu vielen der besonderen Indikationen, die in der klinischen Praxis auftreten können. Auf der Jahrestagung 2019 der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie beleuchteten die Referenten den Einsatz von Edoxaban bei speziellen Patientengruppen. Das Symposium wurde von Daiichi-Sankyo veranstaltet.

Seite 281 -292
Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen

HIV-Infektion

Antiretrovirale Substanzen in der Schwangerschaft

Eine Arzneimitteltherapie bei Schwangeren ist immer ein Balanceakt zwischen dem Nutzen, der durch die mütterliche Behandlung erreicht werden und dem Schaden, der daraus für das Ungeborene entstehen kann. Lynne Meryl Mofenson, Elizabeth Glaser Pediatric AIDS Foundation, Silver Spring, MD, USA, stellte den derzeitigen Kenntnisstand zur Behandlung von Schwangeren mit antiretroviralen Substanzen bei der Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections (CROI) am 5. März 2019 in Seattle, Washington, vor.

Seite 281 -292
Referiert & kommentiert: Kongresse, Symposien, Konferenzen Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen

HIV-Infektion

Arzneimittelinteraktionen bei HIV-Behandlung kaum vermeidbar

Arzneimittelinteraktionen sind bei der Betreuung von HIV-Patienten kaum vermeidbar, so Prof. Dr. David Back, University of Liverpool, Liverpool, UK, in einer Plenarsitzung bei der Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections (CROI) im März 2019 in Seattle, Washington. Das Risiko für eine Polypharmazie und damit für Interaktionen steigt mit zunehmendem Alter der Patienten aufgrund vermehrter Komorbiditäten und physiologischer Veränderungen.

Seite 293 -297
Seite 298 -303
Pressekonferenz Dr. Stefan Fischer, Stuttgart

Herzinsuffizienz

Sacubitril/Valsartan von der Klinik in die Praxis

Aktuelle Studien zeigen, dass Patienten mit akut dekompensierter Herzinsuffizienz die Therapie mit Sacubitril/Valsartan bereits in der Klinik nach Stabilisierung beginnen können. Die zugehörige Datenlage wurde auf einer Pressekonferenz von Novartis im Rahmen der Jahrestagung 2019 der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt. Außerdem präsentierten die Referenten ein Konzept, das den Übergang von Patienten mit Herzinsuffizienz in die niedergelassene Praxis erleichtert.

Seite 298 -303
Pressekonferenz Dr. Maja M. Christ, Stuttgart

Osteoonkologie

Knochenschädigungen in der Onkologie rechtzeitig erkennen und behandeln

Das Arbeitsgebiet Osteoonkologie wurde vor zehn Jahren mit dem Ziel gebildet, Knochenschädigungen bei onkologischen Patienten besser vorbeugen zu können. Auf der zehnten Akademie für Knochen und Krebs (AKUK) gaben Experten im Rahmen eines von der Firma Amgen veranstalteten Fokusgesprächs einen Rundumblick auf die Fortschritte in der Osteoonkologie.

Seite 298 -303
Pressekonferenz Dr. Stefan Fischer, Stuttgart

Eisenmangel und Anämie

Welche Patienten können oral behandelt werden?

Auf einem Pressegespräch von Norgine wurden die Einsatzmöglichkeiten von Eisen(III)-Maltol vorgestellt und diskutiert. Die Veranstaltung fand im Mai 2019 im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin (DGIM) statt.

Seite 298 -303
Pressekonferenz Dr. Stefan Fischer, Stuttgart

Adipositas

Therapieadhärenz verbessern

Auch wenn Adipositas in Deutschland nicht als Krankheit anerkannt ist, benötigen Patienten Unterstützung bei der Umsetzung der medikamentösen und der nichtmedikamentösen Therapie. Auf einer Presseveranstaltung von Novo Nordisk wurde das Patienten-Unterstützungsprogramm Meine Gewichtsreise vorgestellt, das Patienten mit Liraglutid beim Abnehmen helfen soll. Die Veranstaltung fand im Mai 2019 im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin (DGIM) statt.