EditorialDr. med. Peter Stiefelhagen, Hachenburg

Gastrointestinale Tumoren:

Was bringen neue multimodale Therapiekonzepte?

Diskussionsforum ArzneimitteltherapieBericht von Susanne Heinzl, Stuttgart

Dipeptidylpeptidase-IV-Inhibitoren und dual wirkende PPAR-Agonisten

Neue Therapiemöglichkeiten bei Diabetes mellitus Typ 2

Dipeptidylpeptidase-IV-Hemmer sind eine neue Gruppe oraler Antidiabetika, die den Glucose-Stoffwechsel normalisieren können ohne, gleichzeitig zur Gewichtszunahme zu führen. Sitagliptin (Merck Sharp & Dohme) sowie Vildagliptin (Novartis) befinden sich derzeit in Phase-III-Studien. Diese Substanzgruppe scheint nach den bisher vorliegenden Daten viel versprechend zu sein.
Auch mehrere dual wirkende orale Agonisten an peroxisomalen Proliferator-aktivierten Rezeptoren (PPAR-Agonisten, so genannte „Glitazare“) befinden sich derzeit in klinischer Prüfung zur Behandlung des Diabetes mellitus und des metabolischen Syndroms. Diese Substanzklasse kann erhöhte Blutglucose-Konzentrationen und Störungen im Fett-Stoffwechsel normalisieren. Muraglitazar (Pargluva®) und Tesaglitazar (Galida®) befinden sich in Phase III der klinischen Prüfung. Die bisher vorliegenden Daten zeigen jedoch, dass die Wirkung auf den Kohlenhydrat- und Fett-Stoffwechsel mit einer deutlichen Gewichtszunahme, vermehrten kardiovaskulären Ereignissen und weiteren Nebenwirkungen „bezahlt“ wird.
Arzneimitteltherapie 2005;23:380–3.

ÜbersichtKristian Reich und Matthias Augustin, Hamburg

Biologics in der Therapie der Psoriasis

In den letzten Jahren ist es gelungen, verschiedene Moleküle mit zentraler Funktion in der Immunpathogenese chronischer Entzündungskrankheiten zu identifizieren, darunter pro-entzündliche Zytokine, ko-stimulatorische und Adhäsionsmoleküle. Parallel wurden Verfahren zur Herstellung von spezifischen Antikörpern und Fusionsproteinen aus gentechnisch modifizierten Zellen entwickelt, den so genannten Biologics, die gezielt an diese Schlüsselmoleküle binden und ihre biologische Funktion hemmen können. Nachdem die Biologics bereits seit einigen Jahren erfolgreich bei der Therapie des Morbus Crohn, der rheumatoiden Arthritis und zuletzt auch bei der Psoriasis-Arthritis eingesetzt werden, zeigen neuere Studien eine gute Wirksamkeit auch bei der Psoriasis der Haut. Der Artikel gibt einen Überblick über die derzeit zugelassenen Präparate und beschreibt wichtige Aspekte der Psoriasis vor dem Hintergrund der neuen Therapieoptionen.
Arzneimitteltherapie 2005;23:384–97.

ÜbersichtHartmut Lode und Ralf Stahlmann, Berlin*

Immuntherapie von Infektionen

Die derzeit verfügbare antiinfektive Therapie beruht überwiegend auf einem Erreger-zentrierten Ansatz in der mikrobiellen Pathogenese der Infektion und zielt deshalb ausschließlich auf die Hemmung des mikrobiellen Wachstums. Zunehmend gibt es allerdings Erreger, die nicht mehr antibiotisch erfasst werden können, oder aber die immunologische Situation des befallenen Wirtsorganismus ist nicht in der Lage, zusammen mit der antibiotischen Therapie den Erreger zu beseitigen. Eine Immuntherapie mit sehr unterschiedlichen Ansätzen stellt ebenfalls eine Art antimikrobielle Behandlung dar, da sie die immunologische Abwehr des Wirtes stimuliert. Erregerspezifische und nicht-erregerspezifische, immunologisch basierte Behandlungsformen sind heute verfügbar. Diese immunologischen therapeutischen Ansätze werden zurzeit intensiv weiterentwickelt und klinisch überprüft. Sie werden in der Zukunft einen wesentlichen Beitrag in der Behandlung immungestörter Patienten mit resistenten Infektionserregern leisten.
Arzneimitteltherapie 2005;23:398–400.

Referiert & kommentiertDr. Susanne Heinzl, Stuttgart

Metastasiertes Mammakarzinom

Docetaxel versus Paclitaxel

Bei Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom verlängerte Docetaxel im direkten Vergleich mit Paclitaxel das Gesamtüberleben und die Zeit bis zur Tumorprogression. Beides waren sekundäre Endpunkte der Tax-311-Studie, einer randomisierten, kontrollierten, multizentrischen, offenen Phase-III-Studie mit 449 Patientinnen. Anlässlich der Publikation der Studie im Journal of Clinical Oncology wurden die Daten auf einer von sanofi-aventis veranstalteten Pressekonferenz diskutiert.

Referiert & kommentiertDr. Susanne Heinzl, Stuttgart

Norwegische Vitamin-Studie

Folsäure und B-Vitamine zur Sekundärprophylaxe kardiovaskulärer Ereignisse wirkungslos

Eine Senkung der Plasma-Homocystein-Spiegel um 28 % verringert nicht das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall bei Patienten, die schon einen Infarkt erlitten haben. Die Gabe von B-Vitaminen kann im Gegenteil das Risiko für eine kardiovaskuläre Erkrankung erhöhen, Folsäure allein erhöht möglicherweise das Krebsrisiko. Dies ergab die norwegische Vitaminstudie (NORVIT) mit insgesamt 3 749 Patienten.

Referiert & kommentiertDr. Susanne Heinzl, Stuttgart

SOFA-Studie

Omega-3-Fettsäuren verhindern lebensbedrohliche Arrhythmien nicht

Fischöl-Kapseln bis zu 12 Monate eingenommen verringern bei Patienten mit Herzschrittmacher die Häufigkeit lebensbedrohlicher kardialer Arrhythmien nicht. Ein etwas günstigerer, jedoch nicht signifikanter Trend zeigte sich für Patienten, die früher einen Herzinfarkt erlitten hatten. Es gab keinen Hinweis auf schädigende Wirkungen des Fischöls.

Referiert & kommentiertProf. Dr. med. Hans Christoph Diener, Essen

Intrakranielle Stenosen

Orale Antikoagulation oder Acetylsalicylsäure?

Hoch dosierte Acetylsalicylsäure und orale Antikoagulation mit Warfarin unterscheiden sich nicht in der Wirksamkeit – der Verhinderung ischämischer Ereignisse – bei Patienten mit hochgradigen intrakraniellen Stenosen. Warfarin führt allerdings zu einer deutlich höheren Rate an Blutungskomplikationen.

Referiert & kommentiertDr. Barbara Ecker-Schlipf, Holzgerlingen

Glucocorticoide

Knochenschwund nach intravenöser Stoßbehandlung mit Methylprednisolon

Nach intravenösen Stoßtherapien mit Methylprednisolon ließ sich ein signifikanter Knochenschwund an Oberschenkelhals, Hüfte und Wirbelsäule beobachten. Durch zusätzliche Gabe von Bisphosphonaten oder Estrogenen könnte diesen Nebenwirkungen vorgebeugt werden.

Referiert & kommentiertAlexandra Hennemann, Stuttgart

Arzneimittelinteraktionen

Ketoconazol erhöht Everolimus-Plasmaspiegel

Wegen ausgeprägter pharmakokinetischer Interaktionen sollte Ketoconazol nicht zusätzlich zu dem Immunsuppressivum Everolimus gegeben werden, so die Empfehlung nach einer Interaktionsstudie. Die maximale Plasmakonzentration erhöhte sich bei einer Kombination um fast das 4fache, die Fläche unter der Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve (AUC) um das 15fache.

Referiert & kommentiertDr. Annemarie Musch, Stuttgart

Myokardinfarkt

Sekundärprävention mit Omega-3-Säurenethylester-90

Patienten nach Myokardinfarkt profitieren von der Einnahme von Omega-3-Fettsäuren in konzentrierter Form als Ethylester zusätzlich zur empfohlenen Standardtherapie in der Sekundärprävention: Die Gesamtsterblichkeit, die kardiovaskuläre Sterblichkeit und der plötzliche Herztod wurden im Vergleich zur Kontrolle signifikant reduziert. Aktuelle Daten zur erfolgten Zulassung von Omega-3-Säurenethylester 90 als Zusatzmedikation in der Sekundärprävention nach Myokardinfarkt wurden auf der Einführungspressekonferenz der Firma Trommsdorff im September 2005 vorgestellt.

Referiert & kommentiertDr. Annemarie Musch, Stuttgart

Schlaganfall

Neues Zentrum für Schlaganfall-Forschung